Herthas Trainer Felix Magath hat einfach das Siegerlächeln. Nach der erfolgreichen Rettungsmission strahlt der Coach. AFP/Hartmann

Das war mein schönster Irrtum der Saison! Nach dem 0:1 im Relegationshinspiel gegen den HSV hatte ich die Hoffnung aufgegeben, dass sich Hertha BSC noch irgendwie im Rückspiel in Hamburg retten kann. Das war mir alles zu wenig, was die blau-weißen Profis im Olympiastadion abgeliefert hatten. Dann doch diese wundersame Wandlung innerhalb von vier Tagen.

Es lag nicht nur daran, dass zwei Spieler zurück ins Team kamen: Leitwolf Kevin-Prince Boateng führte die Mannschaft und Santiago Ascacibar pushte von hinten im Grätschmarathon. Doch das ist es nicht allein, was die Rettung brachte. Psychologe Felix Magath hat diesem Team wieder Leben eingehaucht.

Drei Matchbälle für den direkten Klassenerhalt wurden beim 1:1 in Bielefeld, bei 1:2 gegen Mainz und beim 1:2 in Dortmund vergeben. Dazu gab es den richtigen Schlag in der Magengrube, als Konkurrent VfB Stuttgart in der Nachspielzeit noch 2:1 gegen Köln gewann. Daran kann man in großer Verzweiflung schon mal untergehen. Magath schaffte es, den Spielern wieder Selbstvertrauen zu geben. Das 2:0 in Hamburg war eine reine Willensleistung. Über 90 Minuten. Danke, Felix Magath!

Gentleman Magath lobte danach die Spieler: „Es war ein sensationeller Auftritt.“ Die Sensation war: dieses Aufbäumen, diese volle Konzentration für die Rettung. Quälix bleibt der Unabsteigbare, weil er diese Aura des Unerschütterlichen vom ersten Tag an bei Hertha BSC ausstrahlte.

Magath hat einen Top-Job gemacht und ihn mit dem Abpfiff beendet. Für Manager Fredi Bobic beginnt die Arbeit jetzt erst richtig. Einen Trainer verpflichten, das wird wahrscheinlich Sandro Schwarz (noch Dynamo Moskau) und dann den Kader aufräumen. Der hat in dieser Saison nämlich nicht richtig funktioniert. Vielleicht ist die erfolgreiche Relegation für einige blau-weiße Profis ja ein heilsamer Schock und es entsteht ein dauerhafter Teamgeist.

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