Diese Straßenecke könnte auch in Westend sein. Gefunden wurde sie in Erfurt.
Diese Straßenecke könnte auch in Westend sein. Gefunden wurde sie in Erfurt. Andreas Baingo

Es könnte so schön sein für Berlin. Selbst wenn eine Kleinigkeit nicht ganz korrekt ist an diesen beiden Straßenschildern, das erste t beim Namen Windthorst nämlich. Ansonsten sind zwei, die sich im Berliner Fußball, wenngleich auf ganz unterschiedliche Weise, einen Namen (der eine vielleicht auch nur zum Narren) gemacht haben, hier friedlich vereint.

Nicht irgendwo in Charlottenburg, dafür in Erfurt. Die Thüringen-Metropole ist zwar schlappe 300 Kilometer weg, besagte Straßenkreuzung liegt trotzdem inmitten eines Sportareals, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle und der Roland-Matthes-Schwimmhalle. Die Straßenkreuzung lässt, vor allem mit der Hauptstadt-Brille, die Gedanken tanzen.

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Auch wenn beide, Windhorst und Häßler, nie etwas miteinander zu tun hatten, haben sie ihre Spuren doch für und in Berlin hinterlassen. Der eine, der auf den Namen Thomas oder besser „Icke“ hört, ist als Berliner 1990 Welt- und 1996 Europameister geworden und hat zuletzt den BFC Preussen in die Berlin-Liga geführt. Allerdings musste der 56-Jährige vor vier Monaten seine Trainerkarriere aus gesundheitlichen Gründen erst einmal ruhen lassen. Aber: Ein Denkmal, zumindest ein ideelles, ist „Icke“ in der Hauptstadt und bei seinen ersten Vereinen Meteor 06 sowie den Reinickendorfer Füchsen sicher.

Der andere, der auf den Namen Lars hört, kann längst nicht so gut mit dem Fußball jonglieren, umso besser mit Euros. Je nach Bedarf mit Millionen davon oder – wenn es sein muss – auch mit Milliarden. Dass der eine oder andere Geldschein bei der Jonglage herunterfällt, auf Wirtschaftsdeutsch in Insolvenzen und schlimmstenfalls in einer Privatinsolvenz endet, wird bei derlei riskanten Unternehmungen billigend in Kauf genommen. Wer sich also mit einem etwas – der Name sagt es eigentlich schon – windigen Horst einlässt, sollte auf die eine oder andere Überraschung unbedingt vorbereitet sein.

Lars Windhorst investierte in Hertha BSC 374 Millionen Euro.
Lars Windhorst investierte in Hertha BSC 374 Millionen Euro. City-Press 

Wind(t)horst und Häßler – das ist wie Feuer und Wasser

Wind(t)horst und Häßler – das ist wie Feuer und Wasser. Es passt nicht zueinander. Zu Hertha, das hat die Geschichte gezeigt, passt es aber auch nicht. Weder der eine und erst recht nicht der andere. Windhorst weinen sie keine Träne nach. Im Gegenteil. Was aber nur hätten sie in Westend, wo es ohne Endlosschleife vom rigiden Sparkurs fast nicht mehr geht, ohne die 374 Windhorst-Millionen angestellt!? Eine Privatinsolvenz wäre kaum die Lösung geworden.

Thomas Häßler eroberte von Berlin aus die Fußball-Welt.
Thomas Häßler eroberte von Berlin aus die Fußball-Welt. dpa/Hirschberger

Den anderen, den Ball-Jongleur, den „Icke“, hätten sie im Nachhinein sehr gern für sich bekommen, haben ihn aber schon 1984, da war der junge Kerl erst 18 Jahre alt, an den 1. FC Köln verloren. Vielleicht wäre die Geschichte der Blau-Weißen mit Häßler damals anders verlaufen als mit dem Abstieg in die drittklassige Amateur-Oberliga. Wäre mit dem späteren Weltstar (1989 und 1992 Deutschlands Fußballer des Jahres, 1992 Dritter bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres), sie wollten bei Hertha ja schon damals groß denken, der eine oder andere Meistertitel oder Pokaltriumph dazugekommen, hätte Windhorst eventuell leichteres Spiel gehabt.

Schon die ganz alten Denker meinten, dass alles mit allem zusammenhänge und ineinanderfließe. Vielleicht auch im Fall von Wind(t)horst und Häßler. Die in Erfurt jedenfalls scheinen es verstanden und erkannt zu haben. Wäre schön gewesen, sie hätten ein Signal nach Charlottenburg gesandt …

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