Salomon Kalou wird nicht mehr für Hertha auflaufen. imago-images

Vielleicht versteht Salomon Kalou morgen oder übermorgen oder in den nächsten Monaten, was er da angerichtet hat. Es sind neun Minuten und 29 Sekunden – gedreht mit dem Handy, live ins Internet gestellt –, in denen die Hygiene-Maßnahmen der DFL durch Handshakes in der Hertha-Kabine gecrasht werden. Die Vorsichtsmaßnahmen wurden damit ad absurdum geführt.

Es ist Futter für alle Kritiker, die den DFL-Plänen, die dringend notwendig für die Bundesliga-Fortsetzung sind, skeptisch gegenüberstehen. Sie werden die detaillierten Schutzmaßnahmen, die getroffen wurden, als blanke Theorie darstellen. Immer wieder auf dieses fatale Video hinweisen und sagen: „Seht her, die Praxis sieht ganz anders aus.“

Scheitert jetzt der Neustart der Liga, trägt Kalou eine Mitschuld. Es geht um 350 Millionen Euro TV-Gelder, die die Klubs dringend benötigen. Einige stehen vor dem Konkurs. 350 Millionen, so viel kostete ungefähr auch die Produktion des Hollywood-Films „Titanic“ im Jahre 1997 mit Schauspieler Leonardo di Caprio. Der Untergang auf hoher See wurde ein Kassenschlager und spielte über zwei Milliarden Euro ein. Drei Stunden und 15 Minuten war er lang.

Kalous Clip ist viel kürzer, war für jeden völlig umsonst zu sehen und könnte den größten Schaden in der Bundesliga-Geschichte anrichten. Der Luxusdampfer Bundesliga könnte mit voller Wucht gegen einen Eisberg der Skeptiker aus der Politik fahren. Wer dann für den möglichen Schaden aufkommt? Vielleicht werden sich damit dann Gerichte beschäftigen.