Marc Kempf trainierte Mittwoch das erste Mal mit dem Team, vorab hatte er noch einen Foto-Termin mit Manager Fredi Bobic. City-Press

Der Nächste, bitte! Nach Frederik Björkan (23) holt Manager Fredi Bobic mit Marc Kempf (26) noch einen neuen Verteidiger. Während drei blau-weiße Stars jetzt zittern müssen, soll Kempf für Ordnung in Herthas Hühnerhaufen-Abwehr sorgen. Macht der neue Hahn alle wach? 

„Ich finde es immer schwierig, über mich selbst zu reden. Ich versuche, das Spiel von hinten gut aufzubauen und bin mir auf dem Rasen für nichts zu schade. Ich halte überall meine Knochen rein“, sagt Kempf im Klub-Interview über sich.

20 Bundesligaspiele, 42 Gegentore, die zweitschlechteste Abwehr der Liga. Es musste gehandelt werden und zwar jetzt im Winter. Kempf, der bis dahin beim VfB Stuttgart spielte, war schon vor einem halben Jahr im Gespräch bei den Blau-Weißen. Der erste Plan sah eine ablösefreie Verpflichtung im Sommer vor, doch der Transfer wurde von Manager Fredi Bobic für eine Mini-Ablöse von rund 500.000 Euro vorgezogen.

Kempf sieht bei Hertha viel Arbeit 

„Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit Fredi Bobic. Ich wusste aus seiner Zeit bei Frankfurt, dass da ein Interesse an meiner Person besteht und das ist natürlich ein positives Gefühl, wenn da jemand über einen längeren Zeitraum an dir festhält“, erklärt Kempf und schaut nach vorne: „Ich bin sehr glücklich, dass der Transfer bereits zum jetzigen Zeitpunkt über die Bühne gegangen ist. Wir haben eine schwierige Aufgabe vor uns – ich freue mich, dabei tatkräftig mithelfen zu können.“

Ja, Hilfe braucht dieses Team – besonders in der Abwehr. Der Innenverteidiger soll in den nächsten zehn Tagen im Turbo-Tempo von Trainer Tayfun Korkut in die Hintermannschaft eingepflanzt werden. Der Konkurrenzkampf wächst. Kempf ist wie Jordan Torunarigha und Marton Dardai ein Linksfuß. Doch auch Rechtsfuß Niklas Stark muss sich strecken. Obwohl er von den Innenverteidigern der bisher beständigste mit 18 Liga-Einsätzen ist, bleibt seine Zukunft ungewiss. Die Gespräche wegen einer Vertragsverlängerung liegen auf Eis und es gut möglich, dass er nach sieben Jahren die Blau-Weißen verlässt.

Aber nicht nur in der zentralen Abwehr wird es enger, auch auf der linken Außenverteidigerposition. Der Norweger Fredrik Andre Björkan, der von Bodö Glimt ablösefrei verpflichtet wurde, durfte beim 1:4 gegen den FC Bayern das erste Mal ins Team reinschnuppern und wurde für 32 Minuten eingewechselt. „Das Spiel war schwierig, aber ich konnte zumindest mein Debüt machen und mich den Fans präsentieren“, sagt der Norweger zurückhaltend. Björkan ist schnell und hat Offensivdrang. Genau diese beiden Qualitäten werden von Korkut bei Marvin Plattenhardt und Maxi Mittelstädt etwas vermisst.

Kempf und Björkan glauben an Hertha

Fredrik Björkan feierte gegen Bayern sein Debüt im Hertha-Trikot. Imago Images

Es ist gut möglich, dass für Platte nach acht Jahren bei Hertha im Sommer Schluss ist, obwohl er noch einen Vertrag bis 2023 hat. Die nächsten Wochen werden eine Tendenz zeigen, besonders die Startaufstellung beim Heimspiel gegen den VfL Bochum in neun Tagen. Vorteil für die Neuen, sie gehen ohne Kopfbelastung an das Unternehmen „Klassenerhalt“ ran.

Kempf: „Ich möchte hier einfach Gas geben und glaube, dass bei Hertha in der nächsten Zeit etwas ganz Tolles entstehen kann. Das ist mit viel Herzblut und Arbeit verbunden, denn jeder weiß, dass einem nichts geschenkt wird.“ Auch Björkan drückt sich ähnlich aus: „Ich bin extrem motiviert. Die Resultate waren zuletzt nicht gut, aber wir wollen es jetzt ändern.“ Ja, das ist auch bitter nötig.

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