Hertha-Trainer Bruno Labbadia (54) hat weiter Gesprächsbedarf.  Foto: City-Press

Bei Hertha herrscht weiter akuter Gesprächsbedarf. Weil manche Spieler nicht mitziehen, drohen für das schwere Spiel in Leverkusen (Sonntag, 15.30 Uhr) personelle Konsequenzen. Der KURIER erklärt, wer aus der Startelf von Trainer Bruno Labbadia fliegen könnte.

Labbadia macht das, was ein Trainer tun muss: Er schützt seine Spieler. „Ich bin kein Freund davon, nach so einem Spiel einzelne Spieler rauszupicken“, unterstreicht der 54-Jährige.

Dass er aber unzufrieden mit der Entwicklung, mit dem 2:5-Debakel gegen den BVB ist, macht er klipp und klar: „Wir müssen besser miteinander funktionieren. Da muss jeder Einzelne mehr aus sich rausholen. Das ist ganz entscheidend.“

Vier-Augen-Gespräche

Dafür folgten auf die Gruppentherapie weitere, intensive Vier-Augen-Gespräche. „Der eine oder andere brauchte noch mal individuell eine Aufarbeitung“, wird Labbadia deutlich. Der KURIER erklärt, wer um seinen Platz zittert.

Omar Alderete (23): Der 6-Millionen-Zugang vom FC Basel adaptierte sich schnell, zeigte in der Innenverteidigung gute Leistungen. Gegen den BVB wackelte der Paraguayer, verursachte fast einen Elfmeter, spekulierte beim zweiten Gegentor fahrlässig auf Abseits. Zum Ärger von Labbadia: „Wir haben klar gesagt, dass wir das nicht wollen.“ Alderete wird aber nur fliegen, wenn Jordan Torunarigha (23) nach seinem Blitz-Comeback schon wieder bereit ist.

Marvin Plattenhardt (28): Der Linksverteidiger war auf dem aufsteigenden Ast, bekam Labbadia-Lob. Weil Platte sich aber einen katastrophalen Fehlpass vor dem dritten BVB-Tor leistete und in keinen einzigen (!) Zweikampf kam, könnte Dauer-Konkurrent Maxi Mittelstädt (23) wieder den Vorzug erhalten.

Niklas Stark (25): Nach dem traurigen Triple beim DFB lief es in Blau-Weiß gegen den BVB nicht viel besser. Stark durfte zwar spielen, das Spiel lief aber an ihm vorbei. 48 Ballkontakte in zentraler Position sind zu wenig, sein Kollege im Mittelfeld Matteo Guendouzi (21) nahm 50 Prozent mehr am Spiel teil. Stark könnte fliegen, wenn Lucas Tousart (23) rechtzeitig fit wird.

Im Sturm herrscht Flaute

Dodi Lukebakio (23): Der Belgier bietet viel Licht, aber auch Schatten, leistet vor allem gegen den Ball viel zu wenig, was Labbadia schon öfters kritisierte. Auch nach der BVB-Pleite bemängelt der Coach: „Mal hat einer mitgemacht, mal zwei und einer nicht. Das funktioniert so nicht.“ Als Alternative stünde Javairo Dilrosun (23) parat.

Kris Piatek (25): Was für Lukebakio gilt, gilt auch für den Polen. Piatek wird bereits hart angezählt und muss schnellstmöglich liefern. Weil Jhon Cordoba noch lange ausfällt, wird Labbadia dem Stürmer wohl noch eine Chance geben.

Klar ist: Labbadia kündigt an, diese Woche noch genauer hinzusehen, wer mitzieht und wer nicht. Eine Überlegung: drei Denkzettel für einen Sieg.