Herthas Franzose Matteo Guendouzi (l.) mit Baby-Schnuller-Torjubel. Jhon Cordoba ist der erste Gratulant und trifft danach auch selbst. Foto: dpa Pool via Reuters/Annegret Hilse

Erst gestottert, dann ins neue Jahr durchgestartet. Hertha BSC gewinnt 3:0 (1:0) durch Tore von Matteo Guendouzi, Jhon Cordoba und Kris Piatek gegen den Tabellenletzten Schalke 04. Auch mit dem neuen Trainer Christian Gross geht für Königsblau die Horrorserie (jetzt 30 sieglose Spiele in Folge) weiter. Der Tasmania-Minusrekord (31-mal) aus der Saison 1965/66 wackelt. Hertha hat die eigene drohende Krise abgewendet.

Einmal die Ruhe bewahrt, geschaut, geschlenzt, getroffen und gejubelt. Herthas Leih-Franzose Guendouzi machte nach einem Abpraller in der 36. Minute überlegt das 1:0. Danach jubelte der Mittelfeldspieler mit dem Ball unterm Trikot und dem Daumen als Schnuller, schrie seine Erleichterung raus. Seine Locken wehten wild ob doppelten Freude – über sein Tor und über das, was da wohl privat ansteht.

Doch wie präsentierten sich die Blau-Weißen davor? Der neue Rasen im Olympiastadion stellte sich als seifige Rutschbahn heraus. Alle 22 Profis hatten Probleme mit der Standfestigkeit und schlitterten im Akkord rum. Resultat: Ein richtiges Spiel konnte so nicht aufgezogen werden. Natürlich war auch Unsicherheit bei Herthas Spielern nach der 1:4-Klatsche in Freiburg kurz vor Weihnachten dabei. „In den ersten 20 Minuten war Freiburg noch im Kopf“, erklärte Vladimir Darida. 

Danach gab es Torchancen. Für jeden ersichtlich: Der wieder genesene Stürmer Cordoba belebte bei seinem Comeback die Offensivabteilung.

In der 23. Minute hatte Dodi Lukebakio nach gutem Pass von Matheus Cunha die Riesenchance. Doch der Belgier scheiterte an Schalkes Keeper Ralf Fährmann. In der 29. Minute suchten die Knappen ihre Möglichkeit. Guendouzi war zu weit aufgerückt, sodass Uth einen Steilpass erlaufen konnte. Sein Schuss ging nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Das war Glück! Torwart Alexander Schwolow war angefressen und brüllte erst mal Guendouzi zusammen. Ein echter Wachmacher!

Der Franzose traf dann sieben Minuten später. Mit der Führung ging es in die Pause und danach spielten die Blau-Weißen endlich mit mehr Selbstvertrauen und machten mehr Druck. Cunha mit tollem Pass zu Vladimir Darida. Der Tscheche mit scharfer Flanke auf Cordoba und der traf zum 2:0 (52.). Was für eine Rückkehr des Kolumbianers!

Danach durfte auch noch Joker Kris Piatek zum 3:0 (80.) treffen. Für Hertha ist das eine gelungener Start nach der Mini-Pause. Vielleicht wird der Januar mit jetzt noch fünf Spielen und vielen Zählern endlich zum Wendepunkt der Saison. Labbadia erleichtert: „Dieses Spiel gibt uns dieses Ur-Vertrauen, das wir uns erarbeiten müssen. Ich bin froh, dass wir uns heute belohnt haben.“