Hertha-Trainer Felix Magath erhält nach seiner Bayern-Kritik Unterstützung von Lothar Matthäus. Foto: Imago

Unterstützung von Deutschlands Chefkritiker: Lothar Matthäus springt Hertha-Trainer Felix Magath nach dessen Bayern-Schelte zur Seite, kritisiert den Ibiza-Trip des FC Bayern nach der Peinlich-Pleite in Mainz und zwei Spieltage vor Schluss scharf. Auch, weil der vom Rekordmeister als teambildene Maßnahme verkaufte Ausflug der Bayern-Stars offensichtlich keine solche ist. Machen die Bayern doch nur Urlaub?

Machen die Bayern-Stars auf Ibiza Urlaub?

Rekordnationalspieler Matthäus konnte ob dieser „Ibiza-Affäre“ nur den Kopf schütteln. „Nach diesem Spiel geht das schon mal gar nicht“, sagte er bei Sky90, „nicht nur wegen den Spielern, auch wegen der Außendarstellung.“ Die Anhänger der Münchner ärgerten sich über die Leistung der Mannschaft, „und dann fahren die Spieler in den Urlaub“. An Trainer Julian Nagelsmanns Stelle hätte er „härter“ durchgegriffen und die beiden freien Tage gestrichen.

Der Kurztrip war angeblich angekündigt, wie Salihamidzic angesichts der aufkommenden Aufregung am Sonntag eiligst betonte. „Vergangene Woche haben uns die Spieler darüber informiert, dass sie die beiden trainingsfreien Tage in der Gruppe auf Ibiza verbringen möchten“, sagte er auf Anfrage von Münchner Medien und fügte hinzu: „Wir haben das als teambildende Maßnahme akzeptiert.“ Begeisterung klingt anders.

Etliche Bayern-Stars fehlen auf Ibiza

Und: Offenbar kann von einer Teambuilding-Maßnahme gar keine Rede sein. Nach Recherchen der Bild fehlten gleich acht Spieler auf dem Kurztrip: allen voran Manuel Neuer, immerhin der Kapitän, und Thomas Müller. Nicht auf der Baleareninsel dabei waren angeblich auch Dayot Upamecano, Kingsley Coman, Niklas Süle, Bouna Sarr, Marcel Sabitzer und Sven Ulreich.

Salihamidzic sah offenkundig einen erheblichen Bedarf an Rechtfertigung für den Ausflug. Die Mannschaft habe sich „noch höhere Ziele in dieser Saison gesetzt und ist seit dem Ausscheiden in der Champions League sehr mit sich und ihrem künftigen Weg beschäftigt“, sagte er und ergänzte: Aus Niederlagen könne Stärke erwachsen, das wisse er aus seiner Spielerzeit, „so eine gemeinschaftliche Aktion der Mannschaft kann hier eine wichtige Grundlage sein“.

Bayern will gegen Hertha-Konkurrent Stuttgart siegen

Es ist vor allem das Timing, das nach der gewonnenen Meisterschaft und der peinlichen Abreibung in Mainz für Kopfschütteln sorgte. „Ich würde so etwas auf jeden Fall nicht erlauben. Mal sehen, wie es weitergeht. Einmal ist eine Meisterfeier ja verständlich, aber nicht drei Wochen lang“, sagte Hertha-Trainer Felix Magath, der sich angeblich um die Ernsthaftigkeit der Münchner an den verbleibenden zwei Spieltagen sorgt: Am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) spielt der FC Bayern gegen den VfB Stuttgart, Hertha-Konkurrent im Abstiegskampf.

Salihamidzic beeilte sich, dem gezielt stichelnden Magath die Sorgen zu nehmen. „Es ist völlig klar“, teilte er mit, dass sich „unsere Spieler“ gegen den VfB „mit der sie auszeichnenden Professionalität und fußballerischen Stärke voll einsetzen werden, um unseren Fans mit einem Sieg einen schönen Saisonabschluss als deutscher Meister im eigenen Stadion zu schenken“.

Hertha hat den Klassenerhalt selbst in der Hand

Wie sehr die mitgereisten Bayern-Stars die spanische Sonne zum Feiern oder eben Krafttanken nutzen, wird sich zeigen. Klar ist auf jeden Fall: Stressig ist der Kurztrip. Direkt nach der Blamage beim FSV Mainz 05 (1:3) ging es Sonnabend hin, Montag schon wieder zurück, Dienstag um 14.00 Uhr ist ein öffentliches Training geplant, bevor am Sonntag das Bayern-Heimspiel gegen Hertha-Konkurrent VfB Stuttgart ansteht.

Aber Ibiza-Trip hin oder her: Sollte Hertha bereits vorher sein Heimspiel gegen Mainz (Sonnabend, 18.30 Uhr) gewinnen und damit den Klassenerhalt klarmachen, braucht Magaths Mannschaft gar keine Schützenhilfe der Bayern.

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