Berichte über eine Finanzaffäre um Hertha-Investor Lars Windhorst sorgen unmittelbar vor dem Pokal-Derby gegen den 1. FC Union für Unruhe. City-Press

Manager Fredi Bobic will einfach nur in Ruhe arbeiten und wünscht sich volle Konzentration auf das Sportliche. Doch das scheint bei Hertha BSC seit geraumer Zeit nur noch schwer möglich. Vor dem absoluten Highlight-Spiel im Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Union (Mittwoch, 20.45 Uhr, ARD) sorgen – wieder einmal – Schlagzeilen über 374-Millionen-Investor Lars Windhorst für mächtig Wirbel.

Denn die Vorwürfe haben es in sich. Windhorsts Unternehmensgruppe Tennor soll in der Vergangenheit Millionenbeträge aus strafbaren Geschäften kassiert haben. Das berichtet das Magazin Business Insider.

Windhorst weist Unterstellungen zurück

Windhorst werden Scheingeschäfte mit dem arabischen Manager Khadem al-Qubaisi vorgeworfen, der mittlerweile wegen Korruption und Geldwäsche zu 15 Jahren Haft in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) verurteilt wurde. Demnach habe Windhorst 2016 noch gegenüber Schweizer Journalisten erklärt, nie eine Beziehung zu Qubaisi gehabt zu haben. Nun sollen E-Mails das Gegenteil beweisen. Windhorst soll vielmehr laut einem geheimen Bericht des Wirtschaftsprüfers KPMG die Scheingeschäfte zur Liquiditätsbeschaffung genutzt haben.

Herthas Geldgeber bestreitet die neusten Vorwürfe. Ein Anwalt Windhorsts erklärte gegenüber Business Insider, Windhorst habe damals keine Ahnung von der womöglich kriminellen Herkunft der Gelder gehabt und weist jegliche Verbindung zu kriminellen Handlungen zurück: „Die Unterstellung, wonach Herr Windhorst mit kriminellen Handlungen von Khadem al-Qubaisi in Verbindung stand, ist falsch und entbehrt jeglicher Grundlage.“

Bereits in der Vergangenheit geriet Windhorst immer wieder mit seinen Firmen in die Bredouille. So wurde der heute 45 Jahre alte Unternehmer 2010 im Zusammenhang mit einer Insolvenz vom Landgericht Berlin wegen Veruntreuung zu einer Geld- und einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Immer wieder Windhorst-Wirbel bei Hertha

Auch nach seinem Hertha-Einstieg 2019 gab es immer wieder Ärger und Gerüchte über angebliche Zahlungsschwierigkeiten Windhorsts. Nach Ermittlungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sorgte bei den Blau-Weißen die bei Hertha investierte Tennor Holding für Schlagzeilen, die allerdings nur kurzeitig für insolvent erklärt wurde. Fest steht dagegen, dass Windhorst 2022 die astronomische Summe von 1,45 Milliarden Euro an den Londoner Fonds H2O zurückzahlen muss.

Für Hertha kommen die neusten Vorwürfe vor dem Derby gegen Union zur absoluten Unzeit. Und sorgen deswegen auch bei vielen blau-weißen Fans im Netz für reichlich Unmut. Einige sind sogar besorgt, dass der Imageschaden für den Klub mittlerweile größer sei als die von Windhorst investierten 374 Millionen Euro ...

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