Dodi Lukebakio muss sich Gedanken machen. Herthas Trainer Labbadia erteilte die Höchststrafe und wechselte ihn nach 45 Minuten aus. Foto:  City-Press

Die Geduld von Bruno Labbadia ist zu Ende. Herthas Trainer verpasste Stürmer Dodi Lukebakio (22) einen Denkzettel und wechselte den Belgier zur Pause des 0:2-Tests bei Zweitligist HSV gnadenlos aus.

Dodi spielte ohne Mumm, ohne Biss. Schon in Minute 25 brüllte der Coach den rechten Flügelspieler an, dass er mehr tun müsse. Lukebakio wirkte danach noch verwirrter auf dem Platz. Labbadia reichte es dann.

Doch der Trainer ist trotzdem ein höflicher Mensch. Nach dem Abpfiff wollte er die Auswechslung nicht weiter kommentieren: „Bevor ich was zu Journalisten sage, rede ich erst mit dem betreffenden Spieler.“

Dann deutete er aber an, was ihm bei der müden Vorstellung überhaupt nicht gefallen hat: „Wir brauchen Stürmer, die vor dem Tor gefährlicher werden. Das gilt nicht nur für Dodi, sondern für alle anderen auch.“

Labbadia ist Diplomat, doch es ist seit Wochen auffällig, dass er Lukebakio im Training sehr kritisch beäugt, ihn immer wieder antreiben will – auch mal mit deftigen Worten. Donnerstag war dem Coach die schlaffe Einstellung des 20-Millionen-Euro-Manns im Übungsspiel mächtig auf die Nerven gegangen. Labbadia schrie: „Dodi, es reicht nicht, nur mit dem Arsch zu wackeln. Ich will mehr Zug sehen.“

Der Eindruck hat sich nach dem Pleitentest in Hamburg bestätigt. Hertha hat in den vergangene drei Partien (0:1 bei Ajax Amsterdam, 0:4 gegen Eindhoven, 0:2 gegen den HSV) nicht ein Tor geschossen.

Das ist für Labbadia die größte Baustelle. Dafür braucht er Spieler, die bedingungslos mitziehen. Denn es bleibt fraglich, ob Stoßstürmer Kris Piatek überhaupt am Freitag im Pokal in Braunschweig spielen darf. Ihm droht Quarantäne, weil er gestern in der Nations League mit Polen ins Risikogebiet Bosnien reiste.