Am 25. November 2021 wurde der Rasen erst neu verlegt, jetzt ist er schon wieder ein Acker. Foto: Imago Images/Räppold/Koch

BER kennen wir, verschlampte Wahlen kennen wir auch. Doch ganz oben auf der Berliner Peinlichkeitsliste ist seit Jahren der Rasen des Olympiastadions. Ein Evergreen des Gespötts, der nur selten grün ist.

Ganze fünf Spiele hielt die Wiese, nachdem sie im November ausgetauscht wurde. Hertha BSC beschwert sich nicht mal mehr massiv, das tun dafür die Gastmannschaften in Regelmäßigkeit. Der BVB tat es Mitte Dezember, jetzt merkte es der 1. FC Köln nach seinem 3:1-Sieg an. FC-Trainer Steffen Baumgart: „Der Rasen ist unwürdig für Berlin.“ Recht hat er!

In diesem Stadion hatte der Acker bei dem Wetter keine Chance, sich zu erholen. Das mag ja noch als punktuelles Argument gelten. Das Problem ist aber grundlegender und viel älter. Seit dem Umbau des Olympiastadions mit dem großen Dach, also vor rund 17 Jahren, bekommt das Grün nicht mehr genügend Licht. Dazu liegt die Spielfläche 20 Meter unter dem örtlichen Erdniveau.

Eigens Stadion, eigener Rasen

Nie hat die Olympiastadion GmbH für das generelle Problem auch eine generelle Lösung gefunden. Es wird immer wieder nur ein neuer Rasen ausgerollt. Das ist Flickschusterei. Vielleicht mal einen Hybridrasen wie in Russland ausprobieren? Vielleicht künstliches UV-Licht für die Grashalme? Denkansätze sind genügend da. Jetzt wird der Rasen wieder ausgetauscht.

Die Ironie an der Sache ist: Der Senat als Eigentümer liefert damit unfreiwillig selbst ein Argument, dass Hertha BSC dringend ein eigenes Stadion braucht - mit einem eigenen Rasen.

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