Tayfun Korkut (l.) war nach dem 0:4 in Mainz bedient. Sein Kollege Bo Svensson stand vor einem Jahr vor einer viel schwierigeren Aufgabe und kann jetzt jubeln. Foto: Imago Images

Jetzt hat Trainer Tayfun Korkut das Schlimme, das Versagen hautnah erlebt, was die Mannschaft von Hertha BSC seit zweieinhalb Jahren verkörpert. Eine 0:4-Klatsche gegen Mainz, ein hilfloser Auftritt. Ein Satz Korkuts bleibt bei mir im Kopf hängen. Korkut sagte: „Letztendlich hängt es ja auch einiges in solchen Spielen vom Gegner ab.“

Tja, selbst Mainz spielt in einer anderen Liga als die Blau-Weißen. Hertha hat 18 Punkte. Nur einer davon wurde gegen ein Team aus der oberen Tabellenhälfte mit dem 1:1 gegen Leverkusen geholt. Die restlichen 17 Zähler gab es gegen die Abstiegskandidaten Fürth, Bielefeld, Augsburg, Stuttgart, Bochum und die kriselnden Frankfurter und Gladbacher. Das ist eine Statistik des Grauens. Hertha wird auch diese Saison nur um den Klassenerhalt spielen.

Das kann man Korkut auf keinen Fall anlasten. Hertha ist in einer gefährlichen Dauerkrise. Es geht bis jetzt nichts voran. Vergangene Saison hatten die Blau-Weißen am 16. Spieltag 17 Punkte, jetzt sind es 18. Das ist Stagnation. Was an der Niederlage in Mainz noch viel schlimmer ist: Der selbsternannte Karnevalsklub stand zum selben Zeitpunkt vor knapp einem Jahr mit sieben Pünktchen fast totgesagt auf Platz 17, jetzt hat Mainz 24 Zähler. Das ist messbare  Entwicklung.

Was Korkut persönlich trösten kann: Sein Mainzer Kollege Bo Svensson holte im Januar in seinen ersten drei Spielen nur einen Punkt, Korkut immerhin schon vier. Svensson hat trotzdem ein homogenes Team geformt und schaffte in der vergangenen Rückrunde 31 Zähler. So viel verlangt keiner von Korkut. Doch bitte nicht schon wieder dieses üble Zittern bis zum Saisonschluss.

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