Trainer Bruno Labbadia will Herthas Spielern eine neue Spielphilosophie vermitteln, brauch gleichzeitig aber dringend Punkte.  Foto: City-Press

In sechs Tagen rollt der Ball wieder. Hertha-Trainer Bruno Labbadia feiert bei der TSG Hoffenheim (Sonnabend, 15.30 Uhr) sein blau-weißes Debüt. Unter widrigen Umständen. Normal wird nach der Corona-Zwangspause nichts sein. Kommt es hart auf hart, könnten sogar Hertha-Talente ihre Bundesliga-Premiere feiern.

Verrückte Ergebnisse? Viele Verletzte? Der Liga-Kaltstart stellt alle Beteiligten vor ungeahnte Herausforderungen – sowohl auf als auch neben dem Platz. „Das darf man nicht unterschätzen“, mahnt Labbadia. Noch spürt Herthas Hoffnungsträger keine Vorfreude. Die Gelassenheit des alten Hasen. Für Labbadia ist Hertha die achte Trainerstation. „Das kommt erst, kurz bevor es losgeht. Im Moment mache ich mir noch zu viele Gedanken. Wir wissen nicht, wo die Mannschaft steht.“

Früher Start ein Nachteil

Auch deswegen warb der vierte blau-weiße Cheftrainer in dieser Saison in den vergangenen Wochen immer wieder für eine 14-tägige Vorbereitungszeit. Vergebens. „Im Vergleich zu anderen Vereinen, die früher anfangen konnten, ist das ein Nachteil“, sagt Labbadia. Ausreden will er nicht gelten lassen. Trotz der gewaltigen sportlichen Anforderung. „Wir haben noch einige Hürden zu nehmen, verbringen jeden Tag mehrere Stunden, um alles bestmöglich zu organisieren. Das ist sehr, sehr kompliziert. Für mich und für die Mannschaft“, so Labbadia.

Spannend wird, ob er den defensiven Grusel-Fußball der Vorgänger Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri aus den Köpfen der Spieler bekommen hat. Labbadia setzt wohl auf ein offensives 4-3-3-System mit viel Ballbesitz und schnellem Umschaltspiel.

Punkte müssen her

Hertha liegt sechs Punkte vor dem Relegationsplatz. Punkte müssen her, damit Ruhe einkehrt. Weil der Kalt-Start von null auf 100 die Verletzungsgefahr erhöht, füllt Hertha den Kader mit vielen Talenten auf 30 Mann auf. In Corona-Zeiten sollen fünf statt drei Wechsel pro Spiel erlaubt sein.

Labbadia gefällt’s. Denn auch er weiß: Im Ernstfall braucht er jeden Spieler. Deswegen füllt er den Profi-Kader mit Talenten aus der U19 und U23 auf.