Finanz-Boss Ingo Schiller blickt trotz heftiger Millionenverluste positiv in die blau-weiße Zukunft.  Foto: City-Press

Die Krise hinterlässt Spuren! Tiefe Spuren! Hertha BSC macht im abgelaufenen Geschäftsjahr einen herben Verlust, büßt wegen der Rekord-Ausgaben für neue Spieler und der Corona-Pandemie satte 59 Millionen Euro ein. Warum Finanz-Boss Ingo Schiller trotzdem nicht bange ist und positiv in Zukunft blickt, erklärt der KURIER.

„Das zurückliegende Geschäftsjahr (1. Juli 2019 bis 30. Juni 2020, d. Red.) ist durch die einzigartige Situation der Pandemie gekennzeichnet“, erklärt Schiller auf der Mitgliederversammlung in der Ostkurve.

Entsprechend brutal liest sich der blau-weiße Jahresabschlussbericht: Rekord-Ausgaben von 181,2 Millionen Euro (vier Trainer, Rekord-Zugänge, gestiegene Gehaltskosten) stehen lediglich Einnahmen von 122,2 Mio. Euro gegenüber. 

„Neben den fehlenden Zuschauereinnahmen in der zweiten Hälfte der Rückrunde befinden wir uns weiter in einer Investitionsphase. Hinzu kam, dass der Transfermarkt diesen Sommer fast komplett zum Erliegen kam“, nennt Schiller die Hauptgründe für das Millionen-Defizit, das auch die Verbindlichkeiten auf das neue Rekordhoch von 141,8 Millionen Euro schraubte.

Gleichzeitig wurde das Eigenkapital dank 374-Millionen-Investor Lars Windhorst auf 146,7 Mio. Euro (zuvor 123,7) und das Anlagevermögen auf 203,6 Mio. Euro (112,4) deutlich erhöht. Zwar macht der Geldgeber weiterhin nicht alle Hertha-Fans froh. Doch klar ist: Ohne Windhorst wäre wohl auch Hertha BSC in Corona-Zeiten mächtig in Bredouille gekommen.

Stattdessen blickt Herthas Finanz-Boss positiv in Zukunft, wenngleich Hertha für die gesamte aktuelle Saison ohne die wichtigen Heimspiel-Einnahmen kalkuliert und so erneut einen zweistelligen Millionenverlust hinnehmen muss. „Durch die Kapitalmaßnahmen sind wir wirklich gut aufgestellt. Wir werden definitiv eine positive Liquidität haben trotz der Einschläge“, erklärt Schiller. Die Blau-Weißen wollen trotz der Krise im laufenden Geschäftsjahr die Verbindlichkeiten abbauen und das Eigenkapitel stärken.

Die große Shopping-Tour, mit der Hertha unter Ex-Trainer Jürgen Klinsmann im Januar selbst Premier-League Klubs in den Schatten stellte, ist aber erstmal vorbei. Weiteren Top-Transfers in Rekordhöhe erteilt Schiller eine klare Absage: „Wir sind gut beraten, Reserven aufzubauen, um die nicht vorhersehbare Dauer der Pandemie zu meistern.“