Herthas Präsident Werner Gegenbauer (l.) und Investor Lars Windhorst haben sich nicht mehr viel zu sagen. Foto: dpa/Gora

Noch 20 Tage, dann dreht sich die Spannungsspirale bei Hertha BSC noch heftiger. Es steigt am 29. Mai, um 11 Uhr in den Messehallen die wohl wichtigste Mitgliederversammlung seit über zwei Jahrzehnten. Nach drei Krisensaisons trotz einer Finanzspritze von 374 Millionen Euro durch Investor Lars Windhorst droht eine Palastrevolution. Viele Herthaner wollen Präsident Werner Gegenbauer (71) stürzen.

Es gibt zwei Abwahlanträge gegen den Hertha-Boss, die dem KURIER vorliegen. Bei der offiziellen Einladung der Mitglieder sind sie als Anhang einsehbar. Über den einen berichtete der KURIER vor sechs Wochen. Der andere geht noch weiter: Nicht nur Gegenbauer soll gehen, sondern auch dessen Vize Thorsten Manske (57). Doch die Antragsteller brauchen eine Dreiviertelmehrheit.

Trotz allen Frustes und Enttäuschungen sind diese 75 Prozent wohl nicht erreichbar. Die Opposition hofft, dass Gegenbauer trotzdem seinen Hut nimmt, wenn er nicht über 50 Prozent Zustimmung erhält. Falls das passieren sollte, müsste das Präsidium in den darauffolgenden Monaten neu gewählt werden.

Kandidat Kay Bernstein: „Wille zur Veränderung ist da“

Kay Bernstein würde gerne der Präsident von Hertha BSC werden. Foto: dpa/Privat

Einen ersten Kandidaten gibt es dafür. Der ehemalige Ultra-Fan Kay Bernstein (41) will das Amt übernehmen und sagt: „Durch die letzten Hertha-Jahre zieht sich ein roter Faden unglücklicher Entscheidungen und nicht zu Ende gedachter Prozesse. Der Wille zur Veränderung ist da bei Herthas Fans.“

Angesprochen auf Bernstein, sagte Manager Fredi Bobic vergangenen Freitag: „Kenn ich nicht, das interessiert mich jetzt auch nicht. Es geht um den Klassenerhalt. Wir haben einen Präsidenten mit Werner Gegenbauer. Das muss man wissen. Ich beschäftige mich mit der Realität und nicht mit dem, was einer will.“

Hertha BSC: Neues Stadion doch in Ludwigsfelde?

Bobic bleibt seiner Linie treu. Saison abschließen, dann kann man erst sehen, wie es weitergeht. Er will Ruhe im Verein, um vernünftig zu planen. Doch ob es so ruhig bei der Mitgliederversammlung bleibt, kann man bezweifeln. Denn nicht nur die Fanszene rebelliert gegen Gegenbauer, sondern auch der Investor. Lars Windhorst hat sich klar positioniert und verkündet, dass er mit dem jetzigen Hertha-Boss nicht mehr zusammenarbeitet. Jetzt möchte er selbst eine Rede vor den Herthanern halten.

Es wird eine hitzige Veranstaltung, die auch noch durch einen dritten Antrag wegen der Stadionfrage angereichert ist. Nachdem sich die Mitglieder vor fünf Jahren in einer Abstimmung gegen eine neue Arena im Land Brandenburg ausgesprochen haben und damit einen Verhandlungsjoker mit dem Berliner Senat verschenkt hatten, gibt es jetzt den Wunsch, dass doch in Brandenburg bei Ludwigsfelde gebaut werden soll. Hertha wird wohl nie langweilig …

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