Stürmer Jhon Cordoba (29) trifft auch in Russland für Krasnodar regelmäßig ins Schwarze. Allerdings wartet Hertha BSC weiter auf einen Teil der Millionen-Ablöse. Imago

Mehrfach trauerten die Hertha-Fans in der vergangenen Zittersaison den Toren von Jhon Cordoba (29) hinterher. Immerhin kassierte Hertha BSC richtig ab. Dachte man sich. Denn jetzt ist klar: Der Rubel rollt nicht. Hertha wartet weiter auf Cordoba-Millionen aus Russland! 

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Den Schmerz über den Verlust eines blau-weißen Topscorers milderte Sportchef Fredi Bobic, der in seiner ersten Transferperiode nach seinem Wechsel zu Hertha BSC im vergangenen Sommer stark verhandelte. 20 Millionen Euro zahlte der FK Krasnodar für den bulligen Kolumbianer, der nur ein Jahr zuvor für 15 Millionen Euro vom 1. FC Köln nach Berlin gewechselt war, aber wie Matheus Cunha (Atletico Madrid) wenig Lust hatte, weiter für Hertha zu spielen.

Hertha BSC: Ingo Schiller bestätigt Millionen-Loch

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Jhon Cordoba (2. v. r.) mischte vergangene Saison in der Vorbereitung noch bei Hertha BSC mit, wechselte dann doch noch zu FK Krasnodar nach Russland.

Erste Irritationen kamen auf, als Krasnodar-Boss Vladimir Khashig polterte, er habe viel weniger für Cordoba auf den Tisch gelegt. Fakt ist: Hertha hatte sich mit den Russen auf eine in der Branche durchaus übliche Ratenzahlung geeinigt. Noch-Finanzboss Ingo Schiller: „Die Zahlen, die kursieren, kann ich so nicht bestätigen. Aber es ist richtig, dass noch ein Teil der Ablöse aussteht.“

Nach KURIER-Informationen soll es sich dabei um bis zu fünf Millionen Euro handeln!

Krasnodar hat von Hertha nichts zu befürchten

Das Problem: Seit Wladimir Putins Angriffskrieg auf die Ukraine wurde Russland vom internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen. Bis auf ein paar Ausnahmen liegen sämtliche Geschäfte, die in Euro oder Dollar abgewickelt werden, auf Eis.

Fraglich ist zudem, inwieweit Krasnodar auf mögliche Strafandrohungen der Uefa, die in solchen Situationen häufig vermittelt, überhaupt reagiert. Schließlich wurden Russlands Klubs aus dem Europapokal sowie die Nationalmannschaft aus den Play-offs um die WM-Teilnahme in Katar nach dem Überfall auf die Ukraine ausgeschlossen. Zu befürchten hätte Krasnodar, das die aktuelle Saison nur drei Punkte hinter Dynamo Moskau, dem Ex-Klub von Herthas neuem Cheftrainer Sandro Schwarz, auf Platz vier abschloss, derzeit also nichts.

Cordoba-Millionen würden Hertha helfen

Entsprechend rechnet Hertha auch nicht damit, dass die noch ausstehenden Cordoba-Millionen schon bald fließen. Schiller bestätigte  auf der Mitgliederversammlung, dass das Geld nicht mehr für die aktuelle Bilanz eingeplant ist.

Verdammt ärgerlich, wenn man bedenkt, dass Bobic auch diesen Sommer zähneknirschend zugeben musste, dass Hertha trotz der 374 Millionen von Investor Lars Windhorst weiter sparen und einen Transferüberschuss, also mehr Einnahmen als Ausgaben erzielen muss ...

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