Blicken gespannt auf eine Woche, in der sich im Kader und auf dem Konto von Hertha BSC viel tun kann: Manager Fredi Bobic und Trainer Sandro Schwarz (r.).
Blicken gespannt auf eine Woche, in der sich im Kader und auf dem Konto von Hertha BSC viel tun kann: Manager Fredi Bobic und Trainer Sandro Schwarz (r.). Imago/Jan Huebner

Keine zwei Wochen mehr bis zum Saisonstart. Die Klubs in Europa suchen alle noch Spieler. Lange hing Hertha-Manager Fredi Bobic in der Warteschleife. Doch jetzt kommt der Transfermarkt endlich richtig in Bewegung. Bei Hertha BSC gibt es noch acht Verkaufskandidaten. Es könnte für Bobic die große Reibach-Woche werden. Ist Hertha am Sonntag um 48 Millionen Euro reicher?

Lange gab es Gerüchte, Gespräche, Verhandlungen, Angebote, doch jetzt kann alles Schlag auf Schlag gehen. Mehr als 34 Profis hat Hertha BSC im Kader, gleich bei acht blau-weißen Profis stehen die Zeichen auf Abgang. Der KURIER gibt einen Überblick:

Lesen Sie auch: Krebs-Schock beim BVB: Hoden-Tumor bei Königstransfer Sébastien Haller entdeckt +++ So reagiert Unions Timo Baumgartl >>

Eigengewächs Jordan Torunarigha (24) zieht es nach einem halben Jahr Leihe wieder zurück nach Belgien zum KAA Gent. Der Klub zahlt sofort 3,5 Millionen Ablöse für den Innenverteidiger, der das Trainingscamp in England bereits verlassen hat. Hertha soll zudem bei einem Wiederverkauf kassieren.

Maximilian Mittelstädt grübelt über Hertha-Zukunft

Auch der Deal mit Kapitän Dedryck Boyata (31) ist in den Endzügen. 2,5 Millionen Euro ist Türkei-Meister Trabzonspor bereit, für den Abwehrspieler zu zahlen. Hertha soll zugestimmt haben, noch zögert aber der Belgier.

Der nächste wird dann wohl Omar Alderete (25) sein. Der Paraguayer hat schon seine Koffer gepackt, will zurück nach Spanien. Nach einem Jahr Leihe beim FC Valencia jagen ihn gleich mehrere Klubs. Das Rennen macht wohl der FC Getafe. Wie viele Millionen Bobic für Alderete, der 2020 für vier Millionen vom FC Basel kam, einstreicht, ist völlig offen. In der Gerüchteküche kursiert eine Ablösesumme von vier bis zwölf Millionen Euro.

Hertha-Manager Fredi Bobic hat einen stressigen Juli und August vorausgesagt. Nun kommt endlich Bewegung in den Transfermarkt.
Imago/Matthias Koch
Hertha-Manager Fredi Bobic hat einen stressigen Juli und August vorausgesagt. Nun kommt endlich Bewegung in den Transfermarkt.

Hertha-Retter Marvin Plattenhardt verriet im KURIER, dass er mit Bobic über eine Vertragsverlängerung spricht. Damit wird die Luft für Maximilian Mittelstädt auf der linken Abwehrseite dünn. Der 25 Jahre alte Berliner hat nur noch ein Jahr Vertrag, einen Marktwert von 4,5 Millionen Euro und grübelt über seine Zukunft.

Dazu kommt noch der Außenverteidiger Deyovaisio Zeefuik (24), mit dem Trainer Sandro Schwarz nicht mehr plant. Für den Holländer interessiert sich der FC Utrecht. Hertha legte einst vier Millionen Euro für Zeefuik auf den Tisch, hofft jetzt, noch mindestens 2,5 Mio. Euro zu bekommen.

Hertha BSC: Umdenken bei Lukebakio?

Auch Santiago Ascacibar (25), der unbedingt wegwill, könnte noch eine hübsche Summe bringen. Hertha und Bobic hoffen, für den argentinischen Mittelfeldspieler die zwölf Millionen Euro zu bekommen, die Hertha im Januar 2020 an den VfB Stuttgart überwies. Das ist drin. Nach Neapel und West Ham United bietet nun auch Ribery-Klub US Salernitana mit, will Ascacibar in die italienische Hafenstadt locken.

Die fetteste Kohle soll eigentlich Krzyzstof Piatek (27) bringen. Mindestens zwölf Millionen Euro. Den einst für 22 Millionen Euro vom AC Mailand gekauften Stürmer zieht es zurück nach Italien. Bologna und Sassuolo haben Interesse. Zuletzt stieg auch Fenerbahce Istanbul noch in den Poker um den Polen ein.

Dann ist da noch Dodi Lukebakio (24), den Klubs aus der Heimat Belgien und Olympiakos Piräus bisher nur ausleihen wollen. Hertha wollte den Flügelstürmer eigentlich verkaufen. Nach dem Tumor-Schock bei Marco Richter ist Lukebakio derzeit der einzige Kandidat für die rechte Außenbahn und darf sich unter Trainer Schwarz erneut beweisen. Sollte Hertha aber ein Angebot zwischen sieben und zehn Millionen Euro ins Haus flattern, darf auch Lukebakio gehen.

Hertha: Bobic braucht Geld für die Offensive

Hertha winken durch die acht Spieler bis zu 48 Millionen Euro. Bobic muss zwar einen Transferüberschuss erzielen. Dennoch soll und wird ein großer Batzen von der Kohle in den Kader fließen. Vor allem in der Offensive besteht weiter Handlungsbedarf.

Das Gute: Bobic hat schon zwei Deals in der Pipeline. Spielmacher Sebastian Szymanski (23), der schon unter Schwarz bei Dynamo Moskau spielte, soll kommen und kostet rund zwölf Millionen Euro. Dazu hat Hertha noch den französischen Stürmer Ludovic Ajorque (28) von Racing Straßburg im Visier. Kostenpunkt: rund 14 Millionen Euro. Viel Geld, das in dieser Woche noch eingenommen werden soll.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>