Fassungslos schaut Davie Selke nach dem Schlusspfiff auf die jubelnder Augsburger Spieler. Foto: City-Press

Vier Spiele ohne Sieg, Platz 14 und nur noch einen Punkt Vorsprung auf Platz 16. Hertha BSC ist nach dem 1:1-Heimspiel gegen den FC Augsburg wieder im Krisenmodus. Vorne zu wenige Tore und hinten zu unkonzentriert. Eine fatale Mischung, aus der der blau-weiße Albtraum gerade besteht.

Einen Tag nach dem Frust-Unentschieden, nach dem Gegentor in der siebten der Nachspielzeit, gesteht Trainer Pal Dardai: „Es hat mich tierisch geärgert. Ich bin um 3 Uhr aufgewacht, so etwas passiert mir sonst nie. Ich hatte Schlafstörungen. Mir ging die Szene noch mal durch den Kopf. Das sind zwei Punkte Verlust.“

Gegentor in der Nachspielzeit

Näher wollte er auf die Szene, als Augsburgs Gregoritsch mit dem Kopf den Ausgleich machte, nicht eingehen. Dardai deutet nur an: „Da hatten alle den Tunnelblick. Da brauchst du einen Anführer. Das kannst du nicht von außen coachen. Ich habe den Spielern gesagt, sie sollen sich die Szene noch mal anschauen und sich dann noch mal drüber unterhalten.“

Nach über einem Drittel der Saison geben die Blau-Weißen folgendes Bild ab: Es gibt Fortschritte beim Kampf- und Teamgeist, auch bei der taktischen Disziplin. Dardai: „Ich glaube, dass wir stabil geworden sind. Ich habe keine Phase gesehen, wo Chaos war. Da haben wir einen Schritt nach vorne gemacht.“

Der Angriff ist zu harmlos

Aber das alleine reicht nicht aus. Hinten immer wieder Böcke und vorne einfach zu ungefährlich. „Der letzte Pass ist ungenau. Trotzdem hatten wir gegen Augsburg genug Chancen, das 2:0 zu machen. Am Schluss ist es immer die Effektivität. Für Stürmer, Zehner und Flügelspieler. Und das ist bisher zu wenig, bei allen“, sagt der Trainer.

Hertha hat in 13 Spielen nur erschreckend wenige Tore erzielt – nämlich 13. Der fünftschlechteste Sturm der Bundesliga. Marco Richter führt mit drei Treffern die interne Liste an, danach folgen Jurgen, Ekkelenkamp, Stevan Jovetic und Suat Serdar (alle 2). Und die Mittelstürmer? Nur Kris Piatek traf – einmal.

Zweitschlechteste Abwehr der Liga

Dazu hat Hertha 27 Gegentore kassiert, nur Aufsteiger Fürth (39) ist schlechter. Zahlen, die die Alarmglocken spätestens jetzt schrillen lassen sollten. Denn das riecht nach Abstieg. Dardai weiß selbst, dass es bisher zu wenige Punkte sind, weil sein Team in der Schlussphase schon dreimal entscheidende Tore kassiert hat. „Gegen Wolfsburg war es einer, gegen Leverkusen und jetzt waren es zwei. Fünf Punkte mehr, also 18. Das wäre ein realistisches Bild in der Tabelle. Aber ,hätte’ zählt nicht“, so der Coach.

Und wie geht es jetzt weiter? Dardai: „Jetzt darfst du nicht in Stuttgart verlieren und gegen Bielefeld musst du gewinnen. 20 Punkte will ich bis Weihnachten, das habe ich immer gesagt. Die Möglichkeit ist noch da.“

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