Christoph Daum sieht Hertha am Saisonende im Mittelfeld. Dagegen steigen Schalke und Bielefeld ab und Mainz muss in die Relegation. Foto: dpa

Hertha BSC hat im Abstiegskampf den Krisenmodus eingeschaltet und bewahrt vor dem Rückrundenauftakt heute (18.30 Uhr) gegen Werder Bremen noch Ruhe. Bei der ganzen blau-weißen Weltuntergangsstimmung kommt plötzlich ein Mutmacher von außen. Christoph Daum sagt: Hertha schafft am Saisonende doch noch Platz 11. Daum(en) hoch für die Blau-Weißen.

Bei der Deutschen Presseagentur gab der Fast-Bundestrainer (stolperte 2000 über die Kokain-Affäre) seinen Saisontipp ab. Bayern wird Meister, Schalke und Bielefeld steigen ab, Mainz muss in die Relegation. Für viele etwas überraschend sieht der frühere Bundesliga-Coach Hertha vor Hoffenheim, Bremen, Augsburg und Köln im Mittelfeld der Tabelle. Daum: „Hertha hinkt den Möglichkeiten und Ansprüchen weit hinterher. Vom Spielerpotenzial her sind die Berliner ein Aspirant für die EL-Qualifikation. Doch es bleibt ein Rätsel, wie es zu diesen extremen Leistungsschwankungen kommt. Tipp: Platz 11.“

Was noch ganz nett klingt, beinhaltet aber gleichzeitig eine Ermahnung an die blau-weißen Profis. Denn Daum sagt auch: „Stellen alle Spieler ihre Egos hinten an, wird ein sicherer Mittelfeldplatz herausspringen. Ansonsten droht ein Überlebenskampf – und darauf sind die Berliner nicht eingestellt.“

Labbadia: Profis müssen zurückzahlen

Die Botschaft ist klar: „Werdet endlich ein Team!“ Hertha ist nach dem 0:3 gegen Hoffenheim am Tiefpunkt angelangt. Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz müssen um ihre Jobs bangen, wenn sich die Spieler jetzt nicht endlich zusammenraufen und jeder Einzelne gegen Bremen besser wird.

Labbadia sagt es so: „Wir liegen ein Stück weit am Boden. Da ist die Frage, ob wir liegenbleiben wollen oder ob wir die Ärmel hochkrempeln und dagegen angehen. Ich stehe in der Verantwortung und gehe voran. Wir unterstützen und treiben die Mannschaft an, sodass wir das Spiel am Sonnabend gewinnen müssen.“

Anders ausgedrückt: Labbadia hält seinen Kopf für so manche Unleistung der Spieler hin. Jetzt sollten die Profis   zurückzahlen und 90 Minuten (nicht nur 30!) mit Mut als geschlossene Einheit auftreten, sonst haben sie bald einen neuen Chef. Und dann beginnt das blau-weiße Chaos erst recht. Neuer Trainer, neue Vorstellungen, noch mehr Verunsicherung.

Muss alles nicht sein, wenn die Profis endlich die Kurve kriegen. Heute gegen Bremen ein Sieg, dann könnte Orakel Daum am Ende doch recht behalten.