Fabian Lustenberger beendet seine Karriere bei de Young Boys Bern. imago-images

Zwölf Jahre Hertha, im Herzen schlägt immer noch Blau-Weiß. Fabian Lustenberger (31) wechselte vergangenen Sommer in seine Heimat Schweiz zu den Young Boys Bern. Auch bei den Eidgenossen ruht wegen der Corona-Krise der Ball. Auch Lusti ist im Heim-Training-Modus. „Ich habe hier den Wald vor meiner Tür, kann wunderbar in der Natur laufen und mich einigermaßen fit halten“, erzählt der Mittelfeldspieler.

Die Heimübungen macht er schon etwas länger als seine Ex-Kollegen von Hertha: Seit dem 2. März hat die Schweizer SuperLeague den Spielbetrieb eingestellt. „Mit diesen Maßnahmen waren wir der Bundesliga etwa 14 Tage voraus. Wir haben schneller reagiert“, sagt Lustenberger.

Der Wechsel zurück in seine Heimat war auch eine Entscheidung für seine Familie, die schon seit knapp zwei Jahren im 3000-Einwohner-Örtchen Schenkon lebt, nur 26 Kilometer von Luzern entfernt. Mit seiner Frau Monique, die aus Templin im Land Brandenburg stammt, hat Lustenberger drei Kinder – die Söhne Jonas Jan und Samu Johan sowie die kleine Tochter Ava Christine.

„Durch die Fußball-Pause kann ich mich um meine Kinder kümmern und einiges nachholen, was ich die letzten Jahre verpasst habe. Wir haben hier einen schönen Garten, den Wald und einen großen See. Es lässt sich aushalten“, erzählt der Kapitän der Young Boys.

Individuelles Training wegen Corona

Für den Ex-Herthaner hat sich der Wechsel sportlich gelohnt. Nach 23 Spieltagen thronen er mit seinem Klub und der FC St.Gallen punktgleich an der Tabellenspitze. Beim bislang letzten Meisterschaftsspiel am 23. Februar holte Bern in St.Gallen ein 3:3. Der wichtige Ausgleichstreffer gelang Young Boys in der neunten Minute der Nachspielzeit. „Das folgende Duell sechs Tage später gegen den FC Zürich wurde dann schon kurzerhand abgesagt“, sagt Lustenberger, „danach haben wir noch zwei Wochen trainiert und sind dann nach Hause geschickt worden.“

Meistercoach Gerardo Seoane gab allen Profis ein individuelles Übungsprogramm mit auf den Weg in die Privatsphäre. Als Trainings-Neustart ist Anfang April anvisiert. Lustenberger: „Aber es zeichnet sich ab, dass er weiter verschoben wird.“ Er glaubt, dass man frühestens Ende Mai wieder spielen kann. „Und wenn es Geisterspiele geben wird, müssten wir das akzeptieren. Auch wenn da nicht die gleichen Emotionen aufkommen.“

Lustenberger geht davon aus, dass die Young Boys als Meister, der auch viel international gespielt und ordentlich Geld kassiert hat, finanziell einige Zeit die schlimme Situation durchstehen können.  Lusti weiß aber auch: „Das Thema Gehaltsverzicht wird auch in unserer Mannschaft aufkommen und sicherlich diskutiert. Wir werden eine Lösung finden und dem Klub entgegenkommen“, so der Kapitän von YB Bern, „das müsste jede Mannschaft in der Liga aber individuell ausmachen.“

Die Sorgen sind überall gleich. Doch im Gegensatz zu Hertha sieht Lusti in seiner Dorf-Idylle einen Vorteil  in der Corona-Krise: „Ich kann immer mit der Familie rausgehen und muss wegen des Virus’ nicht ständig in der Wohnung sitzen.“ In einer Großstadt wie Berlin ist das anders ...