Nimmt er den Notausgang? Hertha-Manager Fredi Bobic, hier im Gespräch mit Hertha-Präsident Kay Bernstein, wird weiter als Nachfolger von DFB-Direktor Oliver Bierhoff gehandelt. 
Nimmt er den Notausgang? Hertha-Manager Fredi Bobic, hier im Gespräch mit Hertha-Präsident Kay Bernstein, wird weiter als Nachfolger von DFB-Direktor Oliver Bierhoff gehandelt.  dpa/Soeren Stache

Geht jetzt doch alles ganz fix? Seit kurz vor Weihnachten steht für alle Herthaner ein ganz großer und ganz gefährlicher blau-weißer Elefant im Raum: Der Abschied von Manager Fredi Bobic zum DFB, wo er als Nachfolger von DFB-Direktor Oliver Bierhoff gehandelt wird. Pünktlich zum neuen Jahr nimmt die Personalie jetzt wieder an Fahrt auf. Damit beginnt das große Hertha-Zittern: Ist Boss Bobic in drei Wochen weg?

Den Umbruch im Hertha-Kader treibt Bobic aufgrund des Sparzwangs rigoros voran. Vier Spieler, darunter die Topverdiener Davie Selke und Vladimir Darida, sind seit dem 1. Januar weg, zwei wurden verliehen, zwei neue ab Sommer ablösefrei verpflichtet. Auch der Abschied von Kapitän Marvin Plattenhardt, dessen Dienste sich Hertha nicht mehr leisten kann, ist besiegelt.  

Alles Peanuts im Vergleich zur wichtigsten Hertha-Personalie: Bobic selbst. Nun meldet der Kicker, dass eine Entscheidung in der DFB-Causa Bobic bereits im Januar ansteht.

DFB-Job: Bobic lehnt sich nicht zu weit aus dem Hertha-Fenster

Hertha-Manager Fredi Bobic ist auch in Florida ganz nah an der Mannschaft von Cheftrainer Sandro Schwarz.
City-Press
Hertha-Manager Fredi Bobic ist auch in Florida ganz nah an der Mannschaft von Cheftrainer Sandro Schwarz.

Zur Erinnerung: Seit dem Ruckzuck-Rücktritt Bierhoffs nach dem WM-Desaster in Katar gilt Herthas Boss als Wunschkandidat beim DFB. Bobic selbst signalisierte mit seinem „Jein“ Interesse, ist aber auch zu lange im Fußballgeschäft, um sich bisher zu weit aus dem Hertha-Fenster zu lehnen. 

Ähnlich verhielt sich Hertha-Präsident Kay Bernstein, der Bobic für dessen Arbeit lobte und gleichzeitig davon sprach, „dass man Reisende nicht aufhalten soll“. Parallel dazu machte der Nachfolger von Werner Gegenbauer dem DFB klar, dass für den erst seit Sommer 2021 für Hertha arbeitenden Bobic eine Ablöse fällig werden würde. Bernstein: „Wenn es so weit käme, redet man darüber und findet eine Lösung, die für alle vernünftig ist.“

DFB-Job: Hertha will für Bobic Millionen kassieren

Der finanzielle Aspekt wäre wohl auch das einzig Positive an einem Blitz-Abschied Bobics. Schließlich würde Bobic alias Peter Zwegat dann den zuletzt bei Hertha so fleißig gezückten Rotstift bei sich selbst ansetzen. Neben einer Millionenablöse würde sich Hertha auch noch Bobics Millionengehalt sparen, sodass die so klamme Klubkasse wohl insgesamt mit einem mittleren siebenstelligen Betrag aufgefüllt werden würde. 

Aber: Selbst wenn manche Fans Bobic aufgrund der sportlichen Situation kritisch gegenüberstehen, die Gefahren eines kurzfristigen Abschieds des Managers sind deutlich größer. Fast fatal erscheint der Zeitpunkt mitten in der Saison und mitten in der Sanierung. 

Zur Erinnerung: Hertha steckt nach 15 Spieltagen knietief im Abstiegssumpf, außerdem laufen hinter den Kulissen die zukunftsweisenden Verhandlungen mit dem neuen Investor 777 Partners, der die Anteile von Skandal-Unternehmer Lars Windhorst kaufen will.

Hinzu kommt, dass Bobic – anders als Vorgänger Michael Preetz – oft als Prellbock für Mannschaft und Trainer agiert, damit aufkommende Kritik oft im Keim erstickt. Sollte Bobic die Biege machen, wäre die gerade wieder aufgebaute Ruhe im Klub in Gefahr. Ganz zu schweigen von der Frage, was mit der ganzen Armada von Angestellten passiert, die Bobic mit nach Berlin brachte. 

Ein Bobic-Abschied würde Hertha hart treffen

Kurzum: Bobic würde Hertha eine Mega-Baustelle hinterlassen, die droht, den ganzen Verein in der Rückrunde in noch schwereres Fahrwasser zu befördern.

Gut möglich, dass Bobic trotz seiner blau-weißen Verbundenheit dem großen Reiz erliegt, als DFB-Boss Deutschlands größten Traditionsverein eineinhalb Jahre vor der EM 2024 im eigenen Land anzuführen. Bis eine Entscheidung fällt, beginnt für Hertha BSC das große Zittern. 

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