Herthas Manager Fredi Bobic auf dem Schenckendorffplatz. Welche Profis nächste Saison dort trainieren, ist noch unklar. dpa/Koch

Warten, warten und nichts so richtig planen können. Hertha BSC muss noch um den Klassenerhalt zittern. Sonnabend am 34. Spieltag gerettet oder Relegation und dann vielleicht doch der Absturz in die Zweite Liga? Manager Fredi Bobic hätte gerne eine Glaskugel. Denn die Ungewissheit bringt echten Handlungsstau. Trainerfrage? Ungeklärt! Welche Spieler kommen und gehen? Genaue Antworten kann es nicht geben.

Vor zwölf Tagen hätten die Blau-Weißen mit einem Sieg in Bielefeld alles klarmachen können (nur 1:1), vor fünf Tagen hätte ein Punkt im Heimspiel gegen Mainz (nur 1:2) gereicht. Da sagte Bobic schon: „Erst mal brauchen wir den Klassenerhalt, nur das ist wichtig. Dann können wir weiterplanen und den Kader für die neue Saison zusammenstellen.“

1. FC Union ist Hertha BSC schon wieder voraus

Da hatte er noch gehofft, dass Stuttgart einen Tag später bei Bayern verliert. Die Schwaben holten mit dem 2:2 einen Punkt. Und so muss Bobic weiter warten und zittern, während seine Bundesliga-Kollegen schon auf dem Transfermarkt tätig sind. Lokalrivale 1. FC Union hat zum Beispiel mit dem Freiburger Mittelfeldspieler Janik Haberer schon alles klargemacht.

Neue Spieler holen ist das eine, doch Bobic hat noch ganz andere Probleme beim Kaderumbau. Mit Dodi Lukebakio, Javairo Dilrosun, Dayshawn Redan, Deyovaisio Zeefuik, Jessic Ngankam, Jordan Torunarigha stehen erst mal sechs ausgeliehene Spieler im Sommer wieder auf der Matte. Bei Krzysztof Piatek (AC Florenz), Omar Alderete (FC Valencia), Arne Maier (FC Augsburg) und Eduard Löwen (VfL Bochum) gibt es zumindest die Aussicht, dass ihre momentanen Klubs sie kaufen.

Hertha BSC: Dodi Lukebakio kommt zurück

Herthas Dodi Lukebakio wurde diese Saison an den VfL Wolfsburg verliehen. Doch auch dort konnte sich der Stürmer nicht durchsetzen. Er kommt im Sommer zurück. dpa/Gollnow

Und bei allem schwebt noch das Horrorszenario mit Relegation und Abstieg über der blau-weißen Geschäftsstelle. Es könnte am 23. Mai eintreffen, doch bis dahin ist bei der Kaderplanung noch nicht viel passiert. Denn dann müssen alle Spieler noch mal anders bewertet werden. Ist zum Beispiel ein Zeefuik (machte bei Blackburn Rovers in der englischen Zweiten Liga nur sechs Spiele) als rechter Außenverteidiger für die deutsche Zweite Liga gut genug, aber eben nicht für die Bundesliga?

Hertha-Boss Bobic sucht noch einen Trainer

Und wer übernimmt überhaupt die Mannschaft? Bisher ist Trainer Sandro Schwarz (noch bei Dynamo Moskau) der Favorit. Doch hat er Lust auf Zweitklassigkeit?

Fragen, die sich Bobic hoffentlich nicht stellen muss. Fakt ist aber jetzt schon eines: Hertha ist durch die Ungewissheit seit spätestens zwölf Tagen im Wettbewerbsnachteil gegenüber den anderen Klubs und es könnten noch elf weitere Tage folgen …

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>