Fenster auf, Aerosole raus und auf in den Abstiegskampf: Herthas Cheftrainer Pal Dardai weiß bereits, wie er den Restart nach der Quarantäne angeht.  dpa

Nein, viereckige Augen hat Pal Dardai noch nicht. Doch Herthas Cheftrainer lechzt nach einem Ende der Quarantäne und des täglichen Video-Trainings. Sein Rettungsplan für den Restart steht. Starten die Blau-Weißen im Endspurt eine legendäre Aufholjagd, will der Ungar allerdings seine Trainingsmethoden überdenken.

Keine Frage, Dardai brennt mit jeder Faser seines Körpers auf die Rückkehr auf den Übungsplatz. Endlich will der 45 Jahre alte Trainer wieder seinem Job nachgehen – und zur blau-weißen Aufholjagd blasen. Vom Homeoffice hat er auf jeden Fall genug: „Man kann auch nicht nur die ganze Zeit Fußball gucken. Dann wirst du verrückt“, erklärt Dardai.

Von 0 auf 100 in Mainz 

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Zum Glück endet die 14-tägige Isolation für ihn bereits am Mittwoch. Damit kommt Dardai zwei Tage vor seinen Spielern wieder auf freien Fuß – vorausgesetzt sein Corona-Test ist negativ. „Dann darf ich raus und kann die Kabine wenigstens schon mal lüften. Das ist auch schön“, scherzt er.

Die Ergebnisse der Konkurrenz machen Dardai dabei keine großen Sorgen. Ausblenden kann er die brisante Tabellensituation aber nicht. „Wir sind Menschen, gesteuert von unserem Gehirn“, sagt er und erklärt seine Herangehensweise: „Wir haben minus drei Spiele und minus vier Punkte. Wenn wir aus drei Partien vier Punkte holen, sind wir nicht auf einem Abstiegsplatz. Das ist eine machbare Aufgabe.“

Wir wollen und werden gewinnen.

Pal Dardai 

Das gilt auch, wenn der Restart in Mainz (Montag, 18 Uhr) in die Hose geht. „Dann sind wir nicht abgestiegen“, sagt Dardai zwar, fordert aber vor allem für die Spiele gegen Bielefeld und Köln auch: „Da gibt es keine Ausreden. Gegen die direkten Konkurrenten müssen wir gewinnen. Das wollen und werden wir.“

Dabei gilt es auf keinen Fall, zu viel auf einmal zu wollen. Besonders, weil das erste Nachholspiel nur 72 Stunden nach dem Ende der Quarantäne ansteht. „In Mainz wollen wir von 0 auf 100 gehen, aber nicht so, dass einer gleich kaputt geht. Wir haben noch sechs Spiele“, mahnt Dardai.

Umweg Relegation

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Entscheidend wird neben der körperlichen Belastung die Psyche. „Wir dürfen uns nicht Unruhe reinreden lassen. Wir sind die Berliner. Wir sind unser Kreis, da gibt es keine Hektik“, sagt Dardai.

Die wird auch nicht nach dem Lüften ausbrechen. Dardai will die Belastung an den drei Tagen vor dem Mainz-Spiel steuern und setzt für Taktikfragen auf das Abschlusstraining am Sonntag: „Es kommt in den nächsten zwei Wochen noch genug auf uns zu.“

Dabei schließt er auch den Umweg über die Relegation nicht aus. „Vielleicht kommen noch zwei Spiele. Da sollte keiner überrascht sein.“

Gelingt Hertha der Klassenerhalt, könnte das seine Trainerarbeit nachhaltig verändern: „Wenn wir alle sechs Spiele gewinnen, dann machen wir nur noch ein Abschlusstraining und alles andere von zu Hause“, scherzt der Ungar.

Für Mainz bleibt es vorerst bei seinem Rettungsplan: Lüften, trainieren und siegen.