Trainer Pal Dardai gibt bei Hertha die Richtung vor. Ab nach vorne, sonst geht es abwärts. Foto: imago images/Koch

Herthas Trainer Pal Dardai (45) stellt knallhart auf den Abstiegskampfmodus um. Die Blau-Weißen sind seit vergangenen Sonntag zum ersten Mal in der Tabelle auf den Relegationsplatz 16 gelandet. Vor dem Spiel gegen Leverkusen (Sonntag, 15.30 Uhr) drückt der Coach jetzt den mentalen Alarmknopf für die restlichen neun Partien.

„Jetzt kommen die Spiele, wo man punkten muss, nicht nur kann“, mahnt Dardai an. Seit seiner Amtsübernahme holte Hertha in sieben Partien nur vier Punkte. Gegen die fünf Topteams Frankfurt (1:3), Bayern (0:1), Leipzig (0:3), Wolfsburg (0:2) und Dortmund (0:2) setzte es fünf Niederlagen. Das Härteprogramm mit einkalkulierten Pleiten ist beendet.

Dardai hatte selbst eine Rechnung aufgestellt, wie viele Punkte in den ersten acht Spielen geholt werden müssen – sieben. Dardai: „Wenn wir gegen Leverkusen gewinnen, sind wir im Soll.“ Und dieser Dreier muss jetzt her. Der Trainer sagt: „Es ist Abstiegskampf, es ist ein Heimspiel, das musst du in unserer Situation gewinnen.“ Schließlich hat auch Abstiegskonkurrent Bielefeld bei der Werkself mit 2:1 gesiegt. Leverkusen ist ein Muss-Spiel geworden.

Der Ungar will nach der schlappen zweiten Halbzeit beim 0:2 in Dortmund, bei der die Offensive nicht klappte, die Sinne der Profis für den brutalen Endspurt schärfen: „Ich habe ihnen gesagt, dass es nicht sein kann, dass im Training einige Sachen funktionieren und im Spiel nicht. Ich will Sonntag freie Fußballer sehen. Du musst den Spielwitz behalten, den Mut. Du darfst keine Angst haben, Fehler zu machen.“

Es ist ein harter Balance-Akt für Dardai, die Profis zwar mit Forderungen zu konfrontieren, bei denen sie nicht verkrampfen dürfen. Das weiß er selbst: „Die Mannschaft ist unerfahren im Abstiegskampf und als Spieler spürst du jetzt, dass schon viele Spiele weg sind. Damit steigt der Druck. Ich werde die Spieler aufstellen, die Ausstrahlung haben und Mentalität besitzen.“

Bis Sonntag wird sich der Coach alle Profis genau anschauen dann erfolgt der Psycho-TÜV, um sich irgendwie aus dem Tabellenkeller zu befreien. Herthas Restprogramm sieht so aus: Leverkusen (H), Union (A), Gladbach (H), Mainz (A), Freiburg (H), Schalke (A), Bielefeld (H), Köln (H), Hoffenheim (A). Viermal geht es gegen Abstiegskonkurrenten, die den Kampf um den Klassenerhalt kennen. Genau deswegen schlägt Dardai jetzt Alarm.