Strahlt nach der zweiten Niederlage Ruhe aus: Hertha-Trainer Pal Dardai. City-Press

Die Tabelle sieht grausam aus. Hertha BSC ist nach zwei Spieltagen Schlusslicht mit null Punkten. Viele blau-weiße Fans zittern nach dem Fehlstart jetzt schon und fragen sich nach dem 1:2 gegen den VfL Wolfsburg, ob das wieder so eine Krisensaison wird. Trainer Pal Dardai sieht das ganz anders und sagt: „Bitte jetzt keine Panik!“

Einen Tag nach der Heimpleite gegen die Wölfe erklärt der Ungar: „Es lag nicht an der Kondition oder Konzentration. Da war eine Unstimmigkeit beim 1:2, Pech! Das ist ein unglücklicher Start vom Ergebnis her, sonst nichts. Wir haben hier eine Mannschaft mit Teamgeist, die will.“

Dardai verteilt Zuckerbrot an die Verlierer 

Trotz Hertha-Überzahl in der Defensive traf Wolfsburgs Lukas Nmecha nach einem Einwurf in der 88. Minute. Wie schon in Köln (1:3) wurde eine 1:0-Führung verspielt. Vor einer Woche holte Dardai noch die Peitsche raus und nagelte Matheus Cunha verbal an die Wand („Spaziergänger-Modus!“). Diesmal gibt es für die Verlierer Zuckerbrot. „Ich habe die Mannschaft gelobt. Da war Disziplin, Kampfgeist, Laufbereitschaft, sie hat konzentriert gespielt. Wir waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft. Wir haben einfach kein Glück gehabt“, sagt der Coach.

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Zwei Spieltage und der Trainer muss schon Mental-Aufarbeit leisten. Wieviel Blockade steckt noch in der Psyche der einzelnen Spieler nach zwei Krisensaisons? Dardai betont es seit Wochen: „Das letzte Jahr ist noch in den Köpfen drin.“ Deswegen holt er jetzt Samthandschuhe heraus: „Ich habe eine kurze Ansprache gehalten und gesagt: ,Ihr sollt nicht traurig sein.’ Natürlich leiden Sie noch. Ich musste die Laune heben. Nur gute Laune bringt uns weiter. Die will ich morgen wieder im Training sehen. Ich habe keine Vorwürfe gemacht.“

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Herthas Dodi Lukebakio traf gegen den VfL Wolfsburg und ist rechtzeitig für das Duell beim FC Bayern in Form. 

Herthas Lukebakio ist der Bayern-Schreck

Nein, der Coach verteilt sogar Lob an einen Spieler, der in der Sommervorbereitung berechtigte Kritik wegen zu geringem Engagement einstecken musste – Dodi Lukebakio. Dardai: „Dodi hat richtig guten Kampfmodus gezeigt. Für mich ist es schön, dass er es auch kämpferisch kann. Dann hat er einen großen Wert. Wir mussten ihn kopfmäßig behandeln. Er war gegen Wolfsburg kämpferisch und auch spielerisch gut. Das war internationales Topniveau. Das ist erst mal positiv.“

Kommt der belgische Bayern-Schreck (fünf Tore in sechs Spielen gegen die Münchner) jetzt doch noch richtig in Fahrt? Sonnabend (18.30 Uhr) wäre es dringend nötig, wenn Hertha beim Rekordmeister ran muss. Die dritte Pleite in Folge wäre bei den Bayern keine böse Überraschung, doch sie könnte noch mehr aufs Gemüt gehen. Schlusswort Dardai:   „Jetzt geht zu Bayern, ich habe keine Panik. Natürlich kann es schwierig werden. Denn dann ist erst mal Länderspiele Pause. Das ist dann die Aufgabe der Trainers.“ 

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