Hertha-Trainer Pal Dardai hatte viel zu korrigieren, war aber mit der Mentalität seiner Elf gegen den VfL Wolfsburg einverstanden.  Imago

Zwei Spiele, null Punkte: Hertha-Trainer Pal Dardai ist von den Ergebnissen der jungen Saison in der Region wieder angekommen, in der der Ungar die Mannschaft Ende Januar übernommen hatte.

Doch während damals im Team jeder mit sich selbst beschäftigt war und auch ohne viel Selbstvertrauen auftrat, konnte der Trainer positive Ergebnisse aus der 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg ziehen. „Keiner ist heute spaziert, alle haben gearbeitet. Das ist ein Fortschritt“, zog der Coach einen Vergleich zur Leistung beim 1:3-Saisonauftakt beim 1. FC Köln.

Wolfsburg bestraft Unaufmerksamkeit

Den Verzicht auf Spielmacher Matheus Cunha erklärte Dardai so: „Wenn Matheus wieder bereit ist, für die Mannschaft zu arbeiten, dann kann er wieder spielen.“ Ob es so kommt darf bezweifelt werden. Cunha steht kurz vor einem Wechsel zu Atletico Madrid. 

Dardai über die gegen Wolfsburg liegengelassen Punkte: „Ich glaube, wir haben heute die Strafe dafür bekommen, wie wir uns letzte Woche nach 35 Minuten präsentiert haben.“

Dabei kam nicht nur die Strafe mit einer Woche Verzögerung, auch der zweite Wolfsburger Treffer in der 88. Minute durch den eingewechselten Lukas Nmecha bestrafte die Berliner spät. Eine Unaufmerksamkeit in Überzahl, die ebenso bestraft wurde wie auch die Unkonzentriertheit der Hertha-Abwehr beim 1:1-Ausgleich durch Ridle Baku nach 73 Minuten und die zweite Niederlage im zweiten Spiel einleitete.

Dardai lobt Hertha-Spieler für ihren Einsatz 

Und eine dritte Niederlage am kommenden Samstag bei Meister Bayern München (18.30 Uhr/Sky) würde nicht viele überraschen. „Wenn alle denken, da holst du gar nichts, umso besser“, sagt Dardai, „Top oder Flop.“

Den Optimismus des Ungarn befeuert dabei neben der kämpferischen Leistung vor allem in der zweiten Hälfte auch die Diskussion zwischen Davie Selke und Dodi Lukebakio über die Frage nach dem Elfmeterschützen an. „Als Trainer freust Du dich, wenn zwei Spieler schießen wollen, als wenn elf Spieler Sportschokolade in der Hose haben“, umschreibt Dardai die Situation recht plastisch, „das bedeutet, dass sie Eier haben. Dann kommt noch Dedryck dazu und löst die Sache. Vorbildlich.“

Kapitän Dedryck Boyata bestimmte den Belgier zum Schützen, der nach einer Stunde die Drangphase der Berliner mit dem 1:0 belohnte. „Wir haben nach der Halbzeitpause mehr investiert und waren mutiger“, sagte Dardai, der allerdings die Cleverness seiner Mannen vermisste: „Der letzte Pass zum 2:0 hat gefehlt.“

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