Pal Dardai hätte sich besser auf die Lippen gebissen, als frühzeitig von Rücktritt zu reden. Foto: dpa

Pal Dardai ist nicht mehr Trainer seiner Hertha. Die Vereins-Ikone hat es nicht geschafft, die nötigen Punkte zu holen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Es wäre ungerecht, ihn als Alleinschuldigen für die Misere abzustempeln. Ich will nicht auf Spielphilosophien, taktische Schulungen und vieles mehr eingehen, sondern auf seinen größten Irrtum.

Nach dem 0:5 beim FC Bayern Ende August kokettierte er mit seinem Rücktritt und sagte: „Wahrscheinlich sucht Hertha seit langem einen großen Trainer. Pal ist ein kleiner Trainer, ein netter Trainer, er hilft aus, so lange wie es sein soll. Wenn ein ganz großer Trainer hier ist, geht Pal sofort zurück zur U16 und macht seine Sache wie früher.“

Pal ist weg, doch ein großer Coach in der Kategorie Jürgen Klopp, Jose Mourinho oder Carlo Ancelotti ist nicht gekommen. Ich will damit Dardais Nachfolger Tayfun Korkut nicht zu nahetreten. Er selbst würde sich auch nicht in diesem Olymp der Fußballlehrer sehen. Korkut ist ein guter, solider Bundesliga-Trainer, der mit neuen Ideen dieser Mannschaft helfen kann.

Diese Gedanken vom „großen Trainer“ waren eine komplette Fehleinschätzung von Dardai. Spätestens im Sommer war klar, dass der neue Manager Fredi Bobic einen Sparkurs fährt, zum Wohle der Vereinskasse keine teuren Spieler holt. Welcher Star-Trainer würde eine Mannschaft ohne Mega-Ausnahmekönner übernehmen? Keiner!

Bobic hatte sich Kontinuität auf der Trainerposition gewünscht, dieses auch nochmal unter Beweis gestellt, als er Dardai nach seinen Rücktrittsgedanken nicht feuerte. Doch durch diesen öffentlich ausgesprochenen Irrtum Pals war das Vertrauensverhältnis zwischen Coach und Manager nicht mehr dasselbe wie vorher.

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