Trainer Pal Dardai wurde Mittwoch richtig laut, weil Torunarigha bei einer Übung patzte. Foto: Imago Images/Nordphoto/Engler

Der Ton wird rauer bei Hertha BSC! Nach der Derby-Pleite bei Union (0:2) geht’s im Training noch härter zur Sache. Guter Trainer, böser Trainer! Gestern war Pal Dardai der böse. Getroffen hat es Verteidiger Jordan Torunarigha (24), der danach den Tränen nahe war.

Was war passiert? Bei einer Angriffsübung brüllte Dardai den Abwehrspieler an: „Durch die Mitte. Warum hörst du nicht zu? Seit drei Tagen stolperst du nur herum.“ Dann wurde es noch deftiger: „Du machst die Übung kaputt. Verdammt, wir brauchen dich!“

Hertha-Kollegen muntern Torunarigha auf

Jordan Torunarigha (r.) im Zweikampf mit Maximilian Mittelstädt.  Foto: Imago Images/Räppold/Koch

Torunarigha gab keine Widerworte. Er ging total geknickt zurück. Die Kritik hatte ihn getroffen. Keine Wut, nur Traurigkeit. Der Abwehrhüne ist sehr emotional, doch aufbrausend war er in diesem Moment nicht. Er hockte danach auf dem Rasen, seine Augen wurden feucht. Davie Selke und Dedryck Boyata kamen zu ihm, klopften ihm auf die Schulter und redeten mit ihm.

Da konnte einem Torunarigha schon leidtun. Doch er riss sich zusammen. Beim übernächsten Angriff spielte der Verteidiger konsequent einen Lupferpass zu Santiago Ascacibar. Dardai sah es und lobte dann wieder: „Gut!“

Torunarigha wird bei Hertha gebraucht

Doch so richtig aufmuntern konnte das den Abwehrspieler bei dieser Einheit nicht mehr. Bemerkenswert war aber der gelebte Teamgeist. Seine Mitspieler katschten immer wieder reihenweise mit Torunarigha als Mutmacher ab.

Der Hintergrund: Dardai erwartet von dem hoch begabten Verteidiger mehr Leistung – schon seit Saisonanfang. Mitte September beim 3:1-Sieg in Bochum, bei dem Jordan bisher das einzige Mal in dieser Saison in der Startelf stand, zog er sich eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu.

Erst Anfang November konnte Torunarigha wieder ins Training einsteigen. Beim 0:2 bei Union stand er das erste Mal wieder im Kader, weil nach Boyatas Rotsperre in der Abwehr Not am Mann ist. Daher auch Dardais Satz: „Wir brauchen dich!“

Der Trainer versucht, jeden Profi wachzurütteln. Denn die Blau-Weißen stecken im Abstiegskampf. Sonnabend muss ein Heimsieg gegen Augsburg her. Dafür braucht Dardai konzentrierte Spieler…

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