Trainer Pal Dardai war nachem dem Debakel beim FC Bayern enttäuscht und schockiert. Foto: Imago Images/Kolbert-Press

Die Hertha-Krise ist nach dem 0:5-Debakel beim FC Bayern wieder da. Trainer Pal Dardai sagte nach dem Abpfiff: „Das war schockierend!“ Einen Tag später provoziert er seine Versager-Profis weiter und stellt die T-Frage nach dem Motto: Wollt ihr wieder Trainerchaos, dann macht so weiter!

„Ich will hier keine Last sein“

Dardai ist ein Kämpfer, der nicht aufgibt. Deswegen kann man seine Sätze, bei denen er mit seinem Rücktritt kokettiert, nur so verstehen. „Ich hänge nicht an meinem Stuhl. Im Sommer hieß es auch, dass ich nicht unbedingt mehr weitermachen soll. Hertha sucht schon lange einen großen Trainer. Pal ist ein kleiner Trainer. Er ist ein netter Trainer. Er hilft nur aus, ich bin hier in dieser Saison, so lange es sein soll“, sagt er ehrlich. Dann wird er deutlicher: „Ich will hier keine Last sein. Wenn es nächste Woche nicht mehr sein soll, oder nächsten Monat, ist es nicht schlimm. Ich habe keinen Druck. Dann gehe ich zurück zur U16.“

Knallhart führt er den Spieler vor, dass sie mit diesem Fehlstart eine Trainerentlassung riskieren, die am Ende aber nichts bringen wird. Der Coach geht nochmal ein halbes Jahr zurück, als er die Mannschaft, die kein Team war, von Vorgänger Bruno Labbadia übernahm: „Letzte Saison habe ich erst gesagt, ich mache das nicht. Diese Mannschaft zu retten, ist unmöglich. Danach hat man mir das eingeredet. Dann habe ich das gemacht und wir haben uns durch ein Wunder und den heiligen Geist gerettet.“

Auf dem Platz wird nicht geredet

Mit Dardai gab es die Wende in der Rückrunde und besonders im Schlussspurt mit der Corona-Quarantäne hatte sich so etwas wie Teamgeist entwickelt. Alle dachten, dass die Blau-Weißen auf dem Weg der Besserung seien. Jetzt dieser Rückschritt beim 0:5 in München. Dardai spricht alle Mängel an: „Auf dem Platz gibt es null Coaching untereinander. Seit Monaten reden wir darüber. Das haben die Spieler einfach nicht drin. Sie müssen endlich diese Hemmungen ablegen. Gegen Bayern war jeder mit sich selbst beschäftigt.“

Keine aggressiven Zweikämpfe. Dass es nicht eine Gelbe Karte für ein Foul gab, spricht Bände. Dardai sagt dazu: „Der Gegner war zu schnell. Gegen schnelle Gegner muss man anders als Team agieren.“

Boss Schmidt: „Pal hat unser Vertrauen“

Hertha ist im Teufelskreis, alles fühlt sich so an wie auch der Saisonstart 2020/21. Ist der Trainer wirklich in Gefahr, seinen Job zu verlieren? Manager Fredi Bobic sagte vor drei Monaten bei seiner Antrittsrede: „Fünf Trainer in zwei Jahren, das kann nicht funktionieren. Wir brauchen Kontinuität auf der Trainerbank.“

Vorstandsboss Carsten Schmidt betonte bei der TV-Talkrunde „Doppelpass“: „In der Rückrunde sind wir stark geworden, weil wir als Gruppe agiert haben. Ich bin mir sicher, dass Pal auch jetzt Rezepte findet. Er hat unser Vertrauen.“

Doch jetzt müssen Punkte her. Dardai weiß es selbst: „Wir haben keine Zeit mehr. Jetzt kommen die Spiele gegen Bochum und Fürth, bei denen wir genau wissen, wo wir stehen.“

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