Hertha-Trainer Pal Dardai adelt Spielmacher Matheus Cunha und hofft, dass der Brasilianer am Sonntag in Köln wieder zaubert. Imago

Der Ritterschlag kommt von höchster Stelle. Herthas Cheftrainer Pal Dardai adelt seinen Topscorer Matheus Cunha. Der wechselwillige Brasilianer soll am Sonntag (17.30 Uhr) den 1. FC Köln aufmischen und für drei Punkte sorgen.

„Er ist körperlich topfit, macht kaum Fehler, ist sehr konzentriert. Wenn er so auftritt, haben wir einen Vorteil“, lobt Dardai seinen 22 Jahre alten Starspieler nach dessen Olympia-Rückkehr und schiebt hinter: „Ich bin sehr froh, dass er bei uns ist.“

Pal Dardai adelt Matheus Cunha

Danach sah es bekanntlich lange nicht aus. Und die Gefahr, dass Cunha Hertha noch bis zum Ende des Transfersommer (31. August) verlässt, besteht weiter. „Wir haben vertraulich Gespräche über seine Wünsche geführt. Das akzeptieren wir auch.“

Weil viele Klubs Cunha jagen, aber noch kein Angebot über 30 Millionen Euro bei Sportchef Fredi Bobic eingegangen ist, wird Cunha in Köln in der Startelf stehen. „Taktische Disziplin ist das eine“, erklärt Dardai angesichts Cunhas Hang zum Egotrip. Aber: „Seine Kreativität wollen wir ihm nicht nehmen. Die brauchen wir.“

Lesen Sie auch: Herthas Marco Richter: „Ich habe mit Arne Maier schon über den Wohnungstausch gesprochen“ >>

Dardai schenkt Cunha nicht nur sofort das Vertrauen – er adelt den Goldmedaillengewinner von Tokio, der mit seiner Schnelligkeit und seinem Spielwitz den Effzeh aufmischen soll: „Ich glaube, nur zehn Spieler in der Welt können das, was er kann, mit diesem Tempo.“ 

Dardai ist aber nicht nur über Cunha voll des Lobes. Die ganze Mannschaft habe super gearbeitet in der Vorbereitung, dazu gab es keine schweren Verletzungen. Dardai: „Ich warte, wann kommt der Blitz. Es ist auch nicht normal, wenn alles so gut läuft.“

Boyata entscheidet selbst, ob er spielt 

Damit nicht der Blitz, sondern der Ball beim Gegner einschlägt und Hertha mehr Durchschlagskraft entwickelt als beim knappen 1:0-Pokalsieg in Meppen, macht der neue Stürmertrainer Vedad Ibisevic den Angreifern Beine. Der Ex-Spieler sorgt allein durch seine Präsenz auf dem Platz und in der Kabine für Eindruck. Dardai: „Selbst, wenn er nichts machen würde, es ist schon gut, dass er da steht.“

Im Gegensatz dazu ist es die Aufgabe von Dedryck Boyata, Tore zu verhindern. Der zuletzt angeschlagene EM-Fahrer, der erst diese Woche seinen Vertrag bis 2024 verlängerte, soll selbst entscheiden, ob er sich fit genug für das Duell in der Domstadt fühlt. Dardai über seinen Kapitän: „Er hat schon geübt in der Startelf. Er entscheidet selbst, dieses Verhältnis habe ich zu ihm.“

Lesen Sie auch: Herthas geheimnisvoller Umschlag: Piatek-Versprechen macht Trainer Dardai froh >>