Dachte im bisher größten Moment seiner Karriere an alle, die ihn unterstützt haben: Herthas Matheus Cunha (r.). AFp

Die Tränen wollten nicht aufhören zu kullern. Hochemotional bedankte sich Matheus Cunha nach dem gewonnen Olympia-Finale gegen Spanien bei jedem, der ihn in den vergangenen Jahren unterstützt hat. Besonders bei Hertha BSC. Doch Cunhas Worte hören sich verdammt nach Abschied an.

„Ich erinnere mich, als meine Mutter mir sagte: ,Sohn, geh raus. Geh und gehe deinem Traum entgegen‘“, erklärte Cunha hochemotional mit der Goldmedaille um den Hals und schob schluchzend hinterher: „Ich bin sicher, sie dachte innerlich, bitte bleib noch ein bisschen bei mir.“

Sein Kindheitstraum sei nur dank dieser bedingungslosen Unterstützung in Erfüllung gegangen. Cunha voller Dank: „Diese Anstrengung, die andere für dich auf sich nehmen, sind die Dinge, an die du dich immer erinnerst.“

Wechsel zu Hertha entscheidender Schritt

Im zarten Alter von 14 Jahren wurde Cunha bereits flügge, zog aus seiner Heimatstadt João Pessoa in die 3200 Kilometer entfernte Großstadt Curitiba. Mit gerade einmal 18 Lenzen wagte der Familienmensch den Sprung nach Europa. Nach nur einem Jahr beim SC Sion ging es in die Bundesliga zu RB Leipzig.

Das entscheidende Puzzleteil sei aber sein Wechsel zu Hertha BSC im Januar 2020 gewesen. Cunha: „Das hat mich hierhergeführt. Alles, was ich durchgemacht habe, hat sich gelohnt, all das Leiden hat sich gelohnt.“ Denn bei Hertha durfte er endlich spielen – und der Welt und Brasiliens Nationaltrainer zeigen, was er alles draufhat. „Wir sind stolz auf Dich“, schrieben die Blau-Weißen bei Twitter.

Wann und ob Cunha zurückkehrt, ist noch völlig offen. Das nächste Ziel in seiner Karriere ist es, Stammspieler in der A-Nationalmannschaft zu werden, zusammen mit Neymar und Co. auf dem Platz zu stehen.

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Cunhas Worte klingen nach Hertha-Abschied

Das Problem: Die Bundesliga war bisher für kaum einen Spieler vom Zuckerhut ein Sprungbrett zur Seleção. Selbst Bayern-Stars wie Ze Roberto oder Giovane Elber waren bei den Südamerikanern nie richtig erste Wahl.

Cunha weiß das, entsprechend klingen seine Worte bereits nach Abschied: „Jedes Mal, wenn du eine Entscheidung triffst, fragst du dich immer, ob es eine gute Entscheidung war, und in diesem Fall war sie es wirklich. Diese Anstrengungen, die andere für dich auf sich nehmen, sind die Dinge, an die du dich immer erinnerst.“

Das Gute aus Cunha-Sicht: Dank seiner starken Leistungen für Hertha und des Olympia-Triumphes buhlen etliche Top-Klubs um ihn – und locken mit der Champions League. Nach Zenit St. Petersburg soll laut Italiens Corriere dello Sport Atalanta Bergamo nach dem ersten Versuch nun ernst machen.

Zeit, um Angebote zu prüfen, haben Hertha (Sportchef Fredi Bobic fordert mindestens 30 Millionen Euro) und auch Cunha. Cheftrainer Pal Dardai rechnet frühestens im September mit Cunha – wenn überhaupt …

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