Darf sich auf Derbys gegen den 1. FC Union freuen: Ishak Belfodil, hier im Duell mit Ex-Unioner Robert Andrich, wechselt von der TSG Hoffenheim zu Hertha BSC.  Imago

Die Tinte ist trocken, wenngleich die Bestätigung noch fehlt. Doch die Hängepartie um Matheus Cunha ist beendet. Der launische Spielmacher wird zum Hertha-Rekordabgang, wechselt wie erwartet zu Spaniens Meister Atletico Madrid und spült damit mächtig Schotter in die blau-weiße Klubkasse. Einen Teil hat Sportchef Fredi Bobic bereits investiert: Stürmer Ishak Belfodil kommt aus Hoffenheim.

Bobic hatte angekündigt, dass es „Zug um Zug“ gehen könnte, er die Cunha-Millionen sofort investieren will. 30 Millionen Euro plus Boni kassiert Hertha für den Brasilianer, der erst vor eineinhalb Jahren für 18 Millionen Euro von RB Leipzig kam (Rekordverkauf war bisher Valentino Lazaro, 2019 für 22 Mio. Euro zu Inter Mailand).

Belfodil gilt auch nicht als pflegeleicht 

Doch nur ein Mini-Teil des Reibachs fließt wohl nach Hoffenheim. Belfodil (Marktwert: 2,8 Mio.), dessen Vertrag bei der TSG im kommenden Jahr ausgelaufen wäre, soll zum nächsten Hertha-Schnäppchen werden, nur 500.000 Euro kosten. Mit dem 29 Jahre alten Algerier bekommt Trainer Pal Dardai einen vielseitigen Angreifer, der Cunha eins zu eins ersetzen könnte – allerdings gilt Belfodil ebenfalls nicht als ganz pflegleicht und zudem als verletzungsanfällig. Bobic: „Ich freue mich, dass wir Ishak für uns gewinnen konnten. Mit ihm bekommen wir einen ausgewiesenen Torjäger, der eine gewisse Erfahrung mitbringt und seine Treffsicherheit im Sturmzentrum bereits unter Beweis gestellt hat. Er weiß, wo das Tor steht, und er wird uns sicher im Offensivbereich noch einmal weiterbringen.“

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Ishak Belfodil hatte in Hoffenheim unter Trainer Sebastian Hoeneß einen schweren Stand und will nun bei Hertha BSC durchstarten. 

Nach einem Kreuzbandriss vor zwei Jahren konnte er im Kraichgau nicht mehr an seine gezeigten Leistungen anknüpfen – und geriet auch wegen eines Streits um seine medizinische Behandlung bei der TSG aufs Abstellgleis. Dass er durchaus weiß, wo das Tor steht, beweisen seine 20 Tore und sieben Vorlagen in 73 Partien für Hoffenheim und Werder Bremen. Belfodil: „Nach drei Jahren bei der TSG habe ich nach einer neuen Herausforderung gesucht. Ich bin froh jetzt in Berlin bei Hertha zu sein. Ich will hier unbedingt noch einmal zeigen, was ich kann und dabei mithelfen, dass Hertha eine deutlich erfolgreichere Saison spielt als zuletzt.“

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Damit es bei Hertha nach dem schlechten Start im Angriff wieder flutscht, plant Bobic noch weitere Transfers. Vor allem auf den Außenbahnen braucht Dardai dringend Verstärkung.

Hertha-Kandidat Radonjic unterschreibt bei Benfica 

Das Blöde: Die Zeit läuft ab sofort gegen Hertha. Das Transferfenster schließt am 31. August. Und: Mit Nemanja Radonjic, vergangene Saison für die Rückrunde von Olympique Marseille ausgeliehen, ist ein ganz heißer Kandidat nicht mehr auf dem Markt. Hertha ließ extra die Kaufoption über 11,5 Mio. Euro verstreichen, pokerte um eine geringere Ablöse. Vergebens. Der Serbe unterschrieb in Portugal bei Benfica Lissabon.

Das Gute: Bobic verfügt über eine lange Liste an potenziellen Zugängen. Hochgehandelt wird weiterhin Lyons Maxwel Cornet. Gut möglich, dass Hertha aber dank der Cunha-Millionen und trotz des Belfodil-Deals noch zweimal zuschlägt – und Bobic noch das ein oder andere Ass im Ärmel hat.

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