Auf ihn wird es in Leipzig besonders ankommen: Herthas Spielmacher Matheus Cunha (21). Foto:  City-Press

Es wird emotional. Herthas Matheus Cunha (21) kehrt am Sonnabend (15.30 Uhr) an seine alte Wirkungsstätte nach Leipzig zurück. Damit die Blau-Weißen bei RB nach drei Pleiten in Folge endlich wieder punkten, kommt es vor allem auf den Brasilianer an. Für Herthas Zauberfuß wird das Duell gegen seinen Ex-Klub zur Feuertaufe.

Mit der Rückkehr ist das immer so eine Sache. Während manche wie beflügelt gegen den ehemaligen Arbeitgeber aufspielen, verkrampfen andere, sogar erfahrene Profis, bereits beim Gedanken an ein Wiedersehen. „Da gibt es verschiedene Ansätze, wie man damit umgehen kann“, erklärt Bruno Labbadia.

Herthas Cheftrainer weiß, wovon er spricht. Als Spieler war er in seiner Karriere für acht Profi-Klubs aktiv. „Mich hat das eher motiviert“, erinnert sich Labbadia gerne an die Duelle zurück. Sorgen, dass Cunhas Spielfreude an alter Wirkungsstätte gehemmt wird, hat Labbadia nicht: „Matheus kehrt ja bereits das zweite Mal nach Leipzig zurück. Von daher könnte es entspannter für ihn sein.“

Bereits das erste Duell mit seinem Ex-Klub (Juni 2018 bis Januar 2020) schien Cunha alles andere als Bauchschmerzen zu bereiten: Ohne Groll, aber mit viel Elan schoss er beim 2:2 im Mai zwar kein Tor. Dafür war er mal wieder der Mann für die spielentscheidenden Momente, sorgte für den Platzverweis von Abwehrmann Marcel Halstenberg und holte den späten Elfmeter heraus, der Hertha einen Punkt bescherte.

Auf einen erneut bärenstarken Cunha hofft Labbadia auch am Sonnabend. Denn so konstant inkonstant wie sein Team in dieser Saison bisher auftritt, eins war stets zu sehen: Geht´s Cunha gut, geht´s Hertha gut.

Seine genialen Momente beim 4:1-Sieg in Bremen und bei der 3:4-Niederlage beim FC Bayern rissen die Mannschaft mit. Als er vergangene Woche einen gebrauchten Tag erwischte, verlor Hertha gegen den VfB Stuttgart sang- und klanglos mit 0:2. „Er ist ein Spieler, der mit seiner positiven Art die Leute und seine Mitspieler anstecken kann“, weiß Labbadia um Cunhas Einfluss.

Das Gute: Cunhas Entwicklung ist mit 21 Jahren noch lange nicht zu Ende – und er fühlt sich bei Hertha pudelwohl. „Matheus hat gezeigt, warum der Schritt zu uns richtig war. Er hat dort nicht die Spielzeit bekommen, um sich als junger Spieler zu entwickeln. Diese Chance erhält er bei uns“, erklärt Manager Michael Preetz, der sich sicher ist, „dass Matheus voll fokussiert sein wird“.

Während für Cunha jüngst mit der ersten Nominierung für die Selecao ein Traum in Erfüllung ging, kam er ohne Spielpraxis, dafür aber mit einem Jetlag zurück nach Berlin. Die Reisestrapazen seien laut Labbadia ein Grund für Cunhas (und Herthas) schwachen Auftritt gegen Stuttgart gewesen.

Nach einer kompletten Trainingswoche ohne Störgeräusche nimmt der Hesse Cunha vor dem RB-Duell in die Pflicht. „Er hat bereits einen gewissen Stellenwert bei uns. Jetzt muss er zeigen, dass er auch Verantwortung für das Team übernimmt“, fordert Labbadia. Mit seiner Spielweise und seinen Fähigkeiten sei er dafür prädestiniert. Heißt: Das Spiel beim Ex-Klub wird für Herthas Zauberfuß zur Feuertaufe.