Chinedu Ede (r.) spielte bei Hertha zusammen mit  Malik Fathi von 2006 bis 2008 in der Bundesliga. Foto: imago images/Weckelmann

Die Bundesliga erlebt durch die Corona-Krise ihre dunkelsten Wochen. Genau zu dieser Zeit tritt ein nächster großer Schatten auf. Ex-Herthaner Chinedu Ede (33), der von 1999 bis 2008 für den Klub spielte, gesteht, dass er während seiner Karriere Drogen konsumiert hat.

 „Manchmal hat man so krass den Anschluss zur Realität verloren und wollte allem gerecht werden, dass das zum Balsam wurde. Ja, dann spielst du auch mal auf deinen Restdrogenwerten“, erklärte der ehemalige Offensivspieler, der auch für den 1. FC Union kickte, dem Nachrichtenportal t-online.de. Ede beendete vergangene Saison bei Regionalligist VSG Altglienicke seine Laufbahn, macht jetzt Musik.

Auf seinem neuesten Youtube-Video rappt er: „60 000, Bundesliga, spielte manchmal zugeballert.“ Ede meint damit aber nicht nur Drogen, sondern auch Schmerzmittel. „Bei Verletzungen wurdest du dazu gedrängt, wieder früher anzufangen, als es wirklich gut für deinen Körper war.“

Abrechnung mit dem Profi-Fußball

Mit Deutschlands U21 wurde er 2009 Europameister, doch anders als bei seinen Mitspielern wie Manuel Neuer oder Jerome Boateng geriet seine Karriere ins Stocken. 19 Bundesliga-Partien für Hertha, neun für Mainz. Seine beste Zeit hatte er von 2010 bis 2012 mit 80 Zweitliga-Spielen noch beim 1. FC Union.

Ede hat sich dem Fußball jetzt komplett abgewandt und kritisiert ihn hart: „99 Prozent der Spieler, die offen und ehrlich Dinge angesprochen haben, wurden ganz schnell ausgetauscht. Alles hat mich so angewidert. Es hatte nichts mehr mit dem ursprünglichen Sport zu tun. Wer Ecken und Kanten hat, wurde so zurechtgemeißelt, bis er in diese Welt passte“, so Ede.

Die Kritik ist Wasser auf die Mühlen derer, die schon lange die komplette Kommerzialisierung des Fußballs ablehnen.