Dortmunds Emre Can (2.v.l) trifft in der 57. Minute zum 1:0. Herthas Keeper Rune Jarstein streckt sich vergeblich. Foto: dpa

Der Höhenflug unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia ist gestoppt! Hertha BSC verliert 0:1 (0:0) bei Borussia Dortmund. Nach drei Siegen und einem Unentschieden gehen die Blau-Weißen beim Topklub aus dem Ruhrpott leer aus. Eine knappe Stunde kann Hertha mithalten, dann ist die Niederlage besiegelt.

Tolle Geste vor dem Anpfiff von beiden Teams. Als Statement gegen Rassismus knieten sich die Teams auf den Rasen. Ein Zeichen für den von einem US-Polizisten mutmaßlich ermordeten Afro-Amerikaner George Floyd. Mit höchster Disziplin gehen die Hertha-Profis dann in das Spiel. Mal hinten ein Achter-Bollwerk, mal ein Pressing in der Dortmunder Hälfte. Und dazu Ballbesitz über zehn Stationen. Die Blau-Weißen haben in Dortmund wirklich schon schlechter gespielt in den vergangenen Jahren. Für Trainer Bruno Labbadia geht die Taktik in der ersten Halbzeit voll auf, auch wenn er ab und zu von außen aufs Spielfeld brüllt, um seine Jungs zu navigieren.

Dilrosun verletzt raus

Torchancen gibt es nicht viele. Dortmunds Thorgan Hazard verzieht bei einem Schuss (21.), Dodi Lukebakios Seitfallzieher ist zu ungenau, für BVB-Keeper Roman Bürki kein Problem (29.). Ein Schreck dann eine Minute später. Javairo Dilrosun knickt um, muss verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kommt Alexander Esswein. Für den Turboflitzer ist es erst der dritte(!) Bundesliga-Einsatz in dieser Saison. Mit einem torlosen Unentschieden geht es in die Pause. Vladimir Darida erklärt nach dem Spiel: „Die ersten halbe Stunde waren wir nicht so eng am Gegner, dann  haben wir es gut gemacht. Schade, dass wir in der zweiten Halbzeit in einen Konter gelaufen sind und das Tor kassiert haben.“

Als es eine Viertelstunde wieder losgeht, hat Labbadia die nächste Überraschung parat. Für den ebenfalls angeschlagenen Lukebakio kommt Youngster Jessic Ngankam (19). Doch der BVB macht mehr Druck.  Das Spiel wird dynamischer, aber nicht besser für Hertha. Denn Emre Can trifft zum 1:0 für Dortmund (57.).

Danach versucht Labbadia noch mal alles, bringt für den defensiven Per Skjelbred den Angreifer  Krzysztof Piatek (62.), der nun neben Vedad Ibisevic stürmt. Doch auch das bringt nichts mehr ein. Labbadia verliert mit Hertha. Doch ein großes Drama ist das bestimmt nicht. Da gab es in dieser Saison viel größere Tiefschläge für den Traditionsklub.

Labbadia: "Die Jungs mussten viel leiden!"

Labbadia war versöhnlich nach der Pleite: „Wir sind auf eine starke Mannschaft getroffen, die Jungs mussten leiden und viel laufen. Heute hat uns ein bisschen die Sicherheit gefehlt. Wir hatten zu viele Ballverluste. Trotzdem Kompliment an die Mannschaft: Sie hat gut gearbeitet.“