Trainer Bruno Labbadia trägt seit dem 0:0 in Leverkusen diesen beigen Mantel. Plötzlich punkten die Blau-Weißen. Foto: City-Press

Der wichtigste Sieg der Hinrunde ist da. Hertha BSC gewinnt das Derby gegen den 1. FC Union mit 3:1. Die Blau-Weißen haben für den Endspurt bis Weihnachten Selbstvertrauen getankt und Trainer Bruno Labbadia hat seinen beigen Erfolgsmantel übergestreift. Jetzt muss sich Union warm anziehen!

Manchmal ist auch etwas Aberglaube dabei. Labbadia bevorzugt an Spieltagen an der Seitenlinie den feinen Zwirn. Anzug statt Trainingskluft. Der Gentleman mit italienischen Wurzeln setzt wie die Trainer auf dem Stiefel jenseits der Alpen auf Eleganz.

Als es kälter wurde, kam über das Sakko ein Mantel, erst ein dunkelblauer. Bis zum 2:5 gegen Dortmund trug er ihn. Danach nicht mehr. Er tauschte ihn mit einem langen, beigen Mantel. Ein starkes 0:0 beim Topklub Bayer folgte. Beim Stadtduell im Olympiastadion zog er das wärmende Kleidungsstück wieder an und siegte. Das hellbraune Teil brachte also vier Punkte in einer Woche.

Okay, es ist erst eine Mini-Serie, doch die kann in den nächsten drei Partien ausgebaut werden. Denn jetzt ist Selbstsicherheit in der Truppe. „Es ist wichtig und wird unserer Entwicklung guttun, mal ein Spiel auf diese Art zu gewinnen - über Hartnäckigkeit, Konsequenz, Siegeswillen und gegen Widerstände. Ich bin zufrieden, weil wir ein schwieriges, enges und unruhiges Spiel für uns entschieden haben“, erklärt Labbadia.

Gibt das gewonnene Derby den richtigen Kick für die restlichen drei Spiele bis zur Kurz-Winterpause? Nächsten Sonnabend geht es nach Gladbach. Ein Topteam, das drei Tage vorher in der Champions League bei Real Madrid ran muss. Die Doppelbelastung der Fohlen könnte Herthas Vorteil werden.

Es folgt die englische Woche mit einem Heimspiel gegen Mainz (15. Dezember) und der Auswärtspartie in Freiburg (20. Dezember). Sieben Punkte sind mit neuem Mumm und Labbadias Erfolgsmantel machbar, wären dann 18 Zähler und die Aussicht auf ein süßes Weihnachtsgeschenk für die Fans.

Denn nach dem Derby-Sieg könnten die Blau-Weißen den Konkurrenten aus Köpenick (hat fünf Punkte Vorsprung) sogar in der Tabelle noch vor dem Fest einholen. Union hat mit Bayern und Dortmund zwei Hammergegner vor der Brust und muss noch nach Stuttgart. Labbadia hat den Mantel und Union muss sich warm anziehen …