Bruno Labbadia war enttäuscht über die Leistung seiner Profis bei dem 1:3 gegen Eintracht Frankfurt.   Foto: imago images/König

So haben Herthas Profis ihren Trainer Bruno Labbadia in den vergangenen fünfeinhalb Monaten noch nicht erlebt. Nach der 1:3-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt wurde der Coach das erste Mal richtig laut: „Wir hatten zu viele Ausfälle auf dem Platz!“

Knallharte Ansage, knallhartes Handeln. Zur Pause wechselte Labbadia völlig zurecht drei Profis aus. Peter Pekarik wurde aus taktischen Gründen durch den offensiveren Deyo Zeefuik ersetzt. Bei zwei anderen war es leistungsbedingt. Vladimir Darida, eigentlich einer der Zuverlässigsten im Team, erwischte einen rabenschwarzen Tag. Stürmer Kris Piatek ging komplett unter. Es war ein Auftritt ohne Elan und Mumm mit zu vielen falschen Laufwegen.

„Wir hatten das Gefühl, dass wir Veränderungen tätigen müssen. Deshalb haben wir uns für drei Wechsel entschieden. In der Offensive haben wir nicht den Druck entfaltet“, sagt Labbadia noch diplomatisch.

Matheus Cunha, der sich auch schwach präsentierte, durfte weiterspielen, steigerte sich immerhin in der zweiten Halbzeit. Der Brasilianer hatte zwei Stunden zuvor erfahren, dass er in die Selecao berufen wurde.

Labbadia: „Wenn man Brasilianer kennt, weiß man, welche Bedeutung die Nationalmannschaft für die Spieler hat. Das kann dann in beide Richtungen gehen. Das kann dich beflügeln oder hemmen. Es hat ihn, wenn man unser Spiel sieht, eher gehemmt. Er hatte keinen guten Tag und hat viele falsche Entscheidungen getroffen.“

Vorne lief nichts, in der Abwehr wurden zu viele Fehler gemacht. Genau das zeigte Labbadia seinen Spieler per Videoanalyse nur elf Stunden nach dem Spiel. „Wir haben das sehr klar aufgearbeitet: die Fehler, die zu einfachen Toren geführt haben, und auch gewisse Dinge, an die wir uns im Spiel nicht gehalten haben“, verrät Labbadia.

Sonntag bei den Bayern muss Hertha anders auftreten, sonst gibt es eine echte Packung – und Labbadia wird danach noch lauter.