Bruno Labbadia ist seit Gründonnerstag neuer Chefrainer von Hertha BSC. Foto: Imago-Images

Berlin - Hertha-Fans haben es nicht leicht. Besonders diese Saison. Nach Jahren der Stabilität auf dem Trainerstuhl und der hohen Identifikation mit Pal Dardai wurden sie schmerzlich daran erinnert, wie turbulent es bei ihrem Herzensklub zugehen kann. Auf Ante Covic (44), Jürgen Klinsmann (55) und Alexander Nouri (40) folgt mit Bruno Labbadia (54) bereits der vierte Chefcoach in nur neun Monaten.

So sehr man Michael Preetz für seine Trainerwahl oftmals kritisieren kann und auch muss – mit Labbadia macht Herthas Manager alles richtig. Für den Hessen sind die Blau-Weißen bereits die siebte (!) Trainerstation. Labbadia kann Krise. Aber ihn lediglich auf seinen Ruf als „Feuerwehrmann“ zu beschränken, wird ihm nicht (mehr) gerecht. Der ehemalige Top-Stürmer hat nicht nur viele Klubs vorm Abstieg gerettet, sondern beim HSV und zuletzt in Wolfsburg bewiesen, dass er Teams auch mit attraktivem Offensiv-Fußball weiterentwickelt.

Labbadia hat bewiesen, dass er Klubs nach Europa führen kan

Vor allem überzeugte Labbadia dabei als Typ. Anders als Novize Covic ist er ein Kind der Bundesliga, kann mit Medien und Druck umgehen. Ein Sprücheklopfer wie Klinsmann ist er nicht. Labbadia gilt als ehrlich, meinungsstark, kommunikativ und verdammt emotional. Charaktereigenschaften, die bei Spielern wie Fans sicherlich gut ankommen.

Mit Labbadias Tatendrang und Kompetenz wird Hertha die Klasse halten – sollte wegen der Corona-Pandemie überhaupt noch mal gespielt werden. Ob er die Blau-Weißen in der nächsten Saison nach Europa führt, wird sich zeigen. Dass er das kann, hat er bewiesen.