Da hilft auch kein Mundschutz. Seit dem 11. März ruht der Ball  in der Bundesliga wegen der Corona-Krise. imago images/Future Image

Berlin - Der 9. Mai elektrisiert die Fußball-Fans in Deutschland. Doch der Jubel über die positiven Signale der Politik über die Wiederaufnahme der Bundesliga könnte zu früh sein. Spielen sie wieder oder spielen sie nicht?

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Hoffnung, nachdem sich die Ministerpräsidenten Armin Laschet (NRW) und Markus Söder (Bayern) für einen Wiederbeginn mit Geisterspielen ausgesprochen hatten. Dass Söder von „frühestens“ sprach und  vor „Leichtsinn“ warnte, ging dabei fast unter. Stein des Anstoßes war das von der Politik geforderte und von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vorgelegte „Hygienekonzept“, das Corona-Schutz für alle Geisterspiel-Beteiligten garantieren soll.

Bisher ist das Papier nicht öffentlich. Eine darin angeblich diskutierte Dauer-Isolierung aller Spieler bis zum Saisonende kritisiert Ulf Baranowsky, Boss der Spielergewerkschaft VDV: „Die Spieler bezweifeln, dass sich so das Infektionsrisiko erheblich reduzieren ließe.“

Bruno Labbadia (54) brennt auf sein erstes Spiel als Hertha- Cheftrainer, sorgt sich aber auch um die Gesundheit der Spieler. Foto: Jan-Philipp Burmann/City-Press

Sorgen über einen zu abrupten Start nach dann neun Wochen Corona-Zwangspause macht sich auch Hertha-Trainer Bruno Labbadia: „Es wird nicht gehen, dass wir erst zehn Tage vor dem ersten Spiel ein richtiges Mannschaftstraining durchführen können.“

Hertha will Liga-Tagung abwarten

Neben der Wettbewerbsverzerrung aufgrund der unterschiedlichen Corona-Regeln der Bundesländer hat Labbadia vor allem die Gesundheit der Spieler im Sinn – das Verletzungsrisiko sei nach Wochen ohne Zweikampf zu hoch.

Doch Training mit Körperkontakt wird es weiter bis mindestens 3. Mai nicht geben. Das Bundesinnenministerium sorgte prompt für den ersten Jubel-Dämpfer: „Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus’ gelten uneingeschränkt auch für den Sport.“ Die Behörde mahnte zudem, „keinen konkreten Termin“ anzupeilen.

Hertha wollte sich aufgrund der undurchsichtigen Lage nicht äußern und erst die DFL-Video-Konferenz der 36 Klubs am Donnerstag abwarten. Zumindest Berlin wird Hertha und dem 1. FC Union keine Steine in den Weg legen. „Wir können uns Geisterspiele vorstellen, wenn alle Hygiene- und Abstandsregelungen für Stab, Betreuer, Technik etc. im Stadion eingehalten werden“, erklärte Martin Pallgen, Senatssprecher für Inneres und Sport.

Sollte das Kontakt-Verbot für die Gesellschaft am 3. Mai aufgehoben werden, wäre nach Labbadias Rechnung ein Neustart frühestens am Wochenende um den 16. Mai denkbar. Dass selbst dann nicht alle Anhänger Feuer und Flamme sind, unterstrich die Fan-Organisation „Unsere Kurve“, die Profitgier, Korruption sowie Misswirtschaft im Bundesliga-Business anprangert. „Wenn der Fußball ein Teil der Gesellschaft sein will, kann er nicht losgelöst von der gesamtgesellschaftlichen Situation handeln“, hieß es: „Wenn das Spiel so weitergeht, sind wir raus!“