Trainer Bruno Labbadia motiviert und hilft seinen Spielern an der Seitenlinie. Foto: Hertha BSC/Pool

Das Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union (Freitag, 20.30 Uhr). Es ist auch das Duell der Trainer. Der KURIER erklärt, wie Herthas Bruno Labbadia (54) tickt und warum er der größte Trumpf der Blau-Weißen ist. 

Menschenfänger

Bruno Labbadia zog quasi direkt nach seinem Dienstantritt Hertha BSC aus dem Klinsi-Chaos. Mit seiner freundlichen, offenen und umgänglichen, aber auch direkten Art punktete der 54-Jährige in den vergangenen acht Monaten bei den Fans und vor allem bei den Spielern. Labbadia formte aus einer total verunsicherten Elf eine selbstbewusste Einheit, rettete die Blau-Weißen so in der Rückrunde vor dem Abstieg.

Spielerkarriere

Als echter Vollblutstürmer mischte Labbadia die Liga mehr als zehn Jahre auf. Der Hesse ging stets dahin, wo es weh tat – und erzielte in unnachgiebiger Manier in 328 Spielen 103 Tore im Oberhaus. Auch in der Zweiten Liga knipste der Sohn italienischer Gastarbeiter 101 Mal in 229 Partien.

Trainerphilosophie

Wie der Spieler, so der Chefcoach. Schon Jahre bevor Labbadia seine Schuhe mit 37 Jahren an den Nagel hängte, wuchs in ihm der Wunsch, als Trainer sein Wissen und seine Erfahrungen weiterzureichen. Treu ist er auch seiner Linie geblieben: Labbadia steht für offensiven Tempofußball, so wie er es selbst als Mittelstürmer am liebsten hatte. Und das mit Erfolg: Mit Herthas 3:0-Sieg in Augsburg im Oktober stieg Labbadia in einen illustren Kreis auf: Als erst Siebter gelang ihm sowohl als Spieler als auch als Trainer mindestens 100 Bundesliga-Siege.

Hobbys

Würde es einen Titel für den fittesten Trainer der Liga geben, Labbadia hätte beste Chancen zu gewinnen. Kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht die Jogging-Schuhe schnürt. Labbadia liebt die Bewegung, kickt dazu regelmäßig mit seinem Trainerteam. Dabei bescheinigen ihm viele den gleichen Ehrgeiz wie als Aktiver.

Familie

Labbadia wuchs als jüngster von neun (!) Kindern in Darmstadt auf, lernte als schon früh einzustecken – und sich durchzusetzen. Mit seiner Frau Sylvia ist er seit mehr als 30 Jahren verheiratet. Zusammen haben sie zwei Kinder. Bezug zu Berlin hatte er vor Hertha bereits durch seine Schwester und seine Tochter, die sowohl im Westen als auch im Osten der Stadt lebten.

Derby-Experte

Aufgewachsenen in Darmstadt mit der Nähe zu Frankfurt und älteren Geschwistern, weiß Labbadia sehr genau, was ein Derby für eine Stadt oder Region bedeuten. Als Trainer bei Greuther Fürth, Bayer Leverkusen, Hamburger SV und VfB Stuttgart kennt er sich bestens mit sportlicher Rivalität aus. Das bewies er auch in Berlin: Mit Labbadia drehte Hertha die 0:1-Hinspielpleite (unter Ante Covic) An der Alten Försterei, gewann im März durch ein 4:0 die Stadtmeisterschaft.