Trainer Bruno Labbadia schaut kritisch auf die nächsten Wochen: Viel Zeit bleibt ihm durch die Länderspielpause nicht mehr. Foto:  Bernd König

Er hatte es befürchtet: Gleich zehn Hertha-Profis wurden von ihren Nationaltrainern berufen, lassen ihren blau-weißen Chefcoach Bruno Labbadia in der entscheidenden Phase vor dem Saisonstart mit einem Rumpfkader zurück.

Der Grund ist natürlich die Corona-Krise. Auch in der neuen Saison ist der Spielplan zusammengestaucht: viele Spiele, keine Winterpause und Länderspiele direkt vor dem Pflichtspielauftakt.

Labbadia rennt die Zeit davon. Ab Sonntag muss er fast auf seinen halben Kader verzichten. „Die Spieler gehen mitten in der Vorbereitung weg, das ist problematisch“, erklärt Labbadia, der probiert, noch das Positive aus der brutalen Situation zu ziehen: „Ich hoffe, dass die Nationalspieler bei ihren Ländern spielen. Sonst wäre das für uns wie für die Spieler eine Katastrophe.“

Besonders ärgerlich ist die Nominierung für den derzeit verletzen Abwehrchef Dedryck Boyata. Noch ist unklar, ob der Belgier tatsächlich zur Nationalelf reist. Immerhin: Bundestrainer Joachim Löw machte einen Bogen um Berlin, verzichtete auf die DFB-Kandidaten Niklas Stark, Marvin Plattenhardt und Alexander Schwolow. 

Dennoch fehlen Labbadia etliche Stars und Stammspieler bis wenige Tage vor dem Pokal-Spiel bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig.

Zur blau-weißen Reisetruppe gehören: Arne Maier (U21), Deyo Zeefuik, Javairo Dilrosun, Daishwan Redan (U21 der Niederlande), Rune Jarstein (Norwegen), Peter Pekarik, Ondrej Duda (Slowakei), Vladimir Darida (Tschechien), Dedryck Boyata (Belgien) und Kris Piatek (Polen).