Nina Meinke hofft, dass Hertha am Sonnabend den 1. FC Union wegballert. Imago/Uwe Koch

Das Derby der besten Fußballer der Stadt am Sonnabend lässt auch andere Sport-Asse nicht kalt: Berlins Box-Queen Nina Meinke (28) hat ihre Sympathien klar verteilt. Logisch, sie ist seit Kindestagen Fan der Blau-Weißen. Deshalb sagt die Europameisterin: „Am Wochenende haut erst mal Hertha die Unioner weg. Und im Januar haue ich hoffentlich die Weltmeisterin um.“

Nina Meinke steckt sich die Kopfhörer ins Ohr. So lässt es sich besser telefonieren, besser übers Derby sprechen. Nebenher kocht die Boxerin daheim vegetarische Bolognese, so steht es auf ihrem Ernährungsplan. Im Januar will die Europameisterin in Dänemark Weltmeisterin Sarah Mahfoud herausfordern. Aber erst mal ist Derby. 

Fußball-Derby im Boxgym

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Sie lacht, weil sie weiß, dass solche Ansagen Ärger mit ihrem Trainer Kay Huste bedeuten, bei dem sie in Prenzlauer Berg trainiert. Der ist nämlich Union-Fan. „Da sind vor dem Derby und auch danach wieder Sticheleien angesagt. Da wird das Fußball-Derby ins Boxgym getragen“, sagt Meinke.

Nina Meinke, hier bei der Premiere des Films „Schachnovelle“ im Kino International, macht auch außerhalb des Rings eine richtig gute Figur.  Imago

Als Kind spielte die 28-Jährige selbst Fußball, zwei Jahre lang beim SC Siemensstadt. Als Spandauerin lag ihr Hertha nahe, sie liebte es, wenn die U-Bahn an Spieltagen voller Menschen mit blau-weißen Schals waren, Fußball-Stimmung aufkam. Ab und zu schaute sie mit ihrer Freundin oder dem Vater beim Hertha-Training zu. Marcelinho war ihr Held. 2003, sagt Meinke, habe ihr Vater beim Training ein Foto mit Marcelinho und ihr gemacht, das müsse sie mal wieder herauskramen.

Es war die Zeit, als die Jungs in ihrer Klasse mit blond gefärbten Haaren auftauchten. Meinke bolzte mit ihnen am Sportzentrum. „Wenn abends die Laternen angingen, wussten wir, shit, es sind noch Hausaufgaben zu machen, jetzt müssen wir heim.“ In Hertha-Bettwäsche habe sie aber nicht geschlafen: „Damit schreckte man dann doch jeden ab.“

Hertha-Fan Meinke gönnt Union ein Tor

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Das Derby am Sonnabend schaut sich Meinke mit ihrem Stiefvater an, der auch Hertha-Fan ist. Trotz der Turbulenzen bei den Blau-Weißen, die seit Jürgen Klinsmanns Abgang nicht weniger wurden. „Man hat sich schon aufgeregt, hat gefragt: Mann, was ist denn los bei Hertha? Manchmal würde man denen am liebsten in den Hintern treten. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Und gerade bei Hertha darf man nie die Hoffnung aufgeben“, sagt die Federgewichts-Boxerin.

Neidisch sei sie auf den 1. FC Union, der in dieser Saison international spielt, nicht: „Neid gehört im Sport nicht dazu. Ich gönne jedem den Sieg. Hertha natürlich mehr. Und ich hoffe, dass es am Sonnabend nicht so ein knappes Ding wird. Vielleicht ballert Hertha ja Union mal richtig weg. 3:1 vielleicht. Ein Tor sei Union ja gegönnt.“

Man kann sich vorstellen, wie Meinke das Derby mit ihrem Trainer in der Halle austrägt, „ha, ho, he“ ruft, Huste kontert: „Eisern Union.“ Eine Frage noch, bevor die Bolognese fertig ist: Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Boxen und Fußball? Nina Meinke antwortet: „Klar, die Treffer entscheiden.“

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