Fredi Bobic hat mit Hertha viel vor, doch er mahnt auch zu Geduld. Foto: Hertha BSC

Endlich ist er da! Herthas neuer Manager Fredi Bobic (49) trat seinen Job an. Bei seiner Antrittsrede präsentierte er sich harmonisch, aber auch energisch. Er will und muss die Blau-Weißen umkrempeln. Die Botschaft an seinem ersten Arbeitstag: „Wir müssen erst mal anfangen und nicht groß rumtönen!“

Gesagt, getan! Erste Amtshandlung von Bobic. Der noch offene Vertrag von Sportdirektor Arne Friedrich wurde verlängert. „Er bleibt an Bord. Arne tut uns gut. Ich bin total happy, dass wir ihn hier behalten“, erklärte Bobic.

Ein ganz wichtiges Signal! Denn Bobic will mit seinem neuen Mitarbeiterstab nicht alles mit brachialer Gewalt bei den Blau-Weißen umstrukturieren: „Alle, die hier sind, sollen auch bleiben. Wir wollen alle Mitarbeiter mitnehmen bei der Entwicklung und Modernisierung.“

Seinen Arbeitsstil beschreibt Bobic so: „Es kann nur zusammen gehen, wir diskutieren und beratschlagen gemeinsam mit allen. Ich kann da nicht alleine oben stehen und sagen, genau so machen wir das. Visionen haben viele. Ich bin einer, der in der Realität lebt.“

Und die sieht so aus: Während Bobic in den vergangenen fünf Jahren Eintracht Frankfurt vom Abstiegskandidaten zum Europa-Klub machte, hat Hertha zwei Katastrophensaisons hinter sich. Das soll und muss er jetzt ändern: „Aus der Ferne hatte man den Eindruck, es waren gefühlt zwei Jahre Abstiegskampf. Das ist etwas, was wir hier bei Hertha nicht gerne haben und in Zukunft nicht gerne sehen wollen.“

Und ergänzt: „Wir brauchen erst mal Kontinuität. Fünf Trainer in zwei Jahren sind zu viel. Da wirst du nie sportlichen Erfolg haben“, so Bobic. Genau deswegen hat er sich auch vehement für Pal Dardai als zukünftigen Coach ausgesprochen.

Mit ihm geht es jetzt darum, den Kader aufzuräumen und mit neuen Spielern zu verstärken. „Es wird Veränderungen geben“, kündigt Bobic an. Doch so viel Geld wie in den vergangenen Jahren wird nicht mehr ausgegeben. Für Bobic kein Problem: „Ich werde mit jedem Budget arbeiten können. Ich komme aus Schwaben – ich weiß mit dem Geldbeutel umzugehen. Wir müssen geduldig, fleißig und kreativ sein und im richtigen Moment zuschlagen.“ Und er sagt wie Dardai: „Ich lege großen Wert auf die Akademie, auf junge Spieler.“

Die großen Sprüche sind jetzt wirklich vorbei. Das hat auch Investor Lars Windhorst, der Hertha lieber heute als Morgen in der Champions League sehen würde, verstanden. Bobic hat sich mit ihm getroffen und sagt: „Er hat natürlich auch Vorstellungen, wie es in Zukunft mit dem Verein aussehen könnte. Trotzdem gibt es Grenzen, aber ein Miteinander sollte es auf jeden Fall sein. Das Gefühl habe ich gerade mit ihm.“