Prince Boateng und Felix Magath sprachen vor der Relegation im Rückspiel beim HSV über die richtige Aufstellung. Jetzt will Boateng selbst Trainer werden.
Prince Boateng und Felix Magath sprachen vor der Relegation im Rückspiel beim HSV über die richtige Aufstellung. Jetzt will Boateng selbst Trainer werden. Imago/Matthias Koch

Seine Zukunft steht noch in den Sternen. Klar ist nur, die großartige Karriere von Prince Boateng wird in rund sechs Monaten tatsächlich zu Ende gehen. Zumindest die aktive. Denn Herthas Routinier will dem Fußball auf jeden Fall treu bleiben, verrät jetzt, dass er eine zweite Laufbahn als Coach plant. Boateng verfällt der Magath-Magie: Herthas Routinier will jetzt Cheftrainer werden!

„Ich weiß noch nicht zu einhundert Prozent, was ich nach dem Sommer mache. Aber die letzten Wochen habe ich voll Lust, Trainer zu werden“, sagte der 35 Jahre alte Berliner in der Sport1-Sendung „Doppelpass“. Und daran hat wohl der einstige Hertha-Trainer Felix Magath großen Anteil.

Zur Erinnerung: Boateng kam erst im Sommer 2021 und nach 14 Jahren und Stationen bei 13 Klubs in fünf Ländern zurück nach Berlin, erlebte bei seiner emotionalen Hertha-Rückkehr allerdings fast eine Saison zum Vergessen. Doch ausgerechnet die Grenzerfahrung Relegation scheint ihn nun nachhaltig zu prägen. Genau wie Magath.

Trainerkarriere: Felix Magath inspiriert Prince Boateng

Anführer: Prince Boateng (2. v. l.) hilft Herthas Nachwuchs und sorgt für besseres Klima in der Kabine und beim Training.
Imago/Nordphoto
Anführer: Prince Boateng (2. v. l.) hilft Herthas Nachwuchs und sorgt für besseres Klima in der Kabine und beim Training.

Der Trainer-Guru ließ sich von Boateng helfen. Der Mittelfeld-Stratege diktierte Magath die Aufstellung für das Rückspiel beim Hamburger SV in den Notizblock. Magath: „Er hat mir gesagt, dass ich die erfahrenen Leute aufstellen soll. Ich habe auf ihn gehört und das ist aufgegangen. Das war der Einfluss von Boateng. Er hat die Mannschaft gut aufgestellt.“

Magaths Magie sorgte also nicht nur für den Last-minute-Klassenerhalt und Herthas Rettung in der Relegation. Nein, Magaths Magie inspirierte auch Boateng. Der Junge aus dem Wedding verrät: „Ich habe viele Trainer gesehen und erlebt und ich denke, ich kann das auch – vielleicht sogar besser.“

Hertha BSC: Prince Boateng will Nachwuchs fördern

Sportlich ist Boateng auch in dieser Saison und unter Magath-Nachfolger Sandro Schwarz nicht erste Wahl. Allerdings wird man bei Hertha BSC nicht müde zu betonen, welch wichtigen Wert Boateng in der Kabine und somit für das Binnenklima der Mannschaft habe. Boateng selbst sagt dazu: „Wir haben da 17-Jährige, die könnten meine Kinder sein. Deswegen ist es schön zu helfen und die Erfahrung weiterzugeben. Wenn sie das annehmen und die Tür nicht zumachen, wenn sie besser werden, dann sehe ich mich da in meiner Rolle bestätigt.“

Dabei lässt Boateng kaum eine Möglichkeit aus, zu unterstreichen, wie gern er auch nach seiner aktiven Karriere bei Hertha BSC bleiben würde. Zunächst soll er ein Auge auf den Job als Sportdirektor geworfen haben. Ein Posten, der seit dem Rücktritt von Arne Friedrich bei Hertha verwaist ist. Jetzt liebäugelt er dank Magaths Magie mit dem Trainerjob. Boateng erklärt: „Ich kenne Fußball. Ich denke Fußball. Mein Leben ist Fußball. Deshalb werde ich dem Fußball erhalten bleiben.“

Prince Boateng lobt Trainer Sandro Schwarz

Schwarz, unter dem Hertha nach vier tristen Jahren und trotz aktuell weiterhin magerer Punkteausbeute immer besseren Fußball spielt, bangt jedenfalls noch nicht um seinen Job. Boateng lobt Herthas Cheftrainer für dessen Umgang mit den Spielern: „Er macht das schon sehr, sehr gut. Er ist ein starker Typ. Ich finde es gut, wie er die Mannschaft behandelt, und ich glaube, man sieht, dass da etwas zusammengewachsen ist, auch wenn die Ergebnisse das nicht immer widerspiegeln.“

Ob Hertha unter Schwarz in der Rückrunde die Kurve bekommt und was aus Boateng wird, werden die nächsten sechs Monate zeigen.

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