Niklas Stark und Marius Wolf (v.l.) hatten Corona-Kontakt und müssen vorsichtshalber erneut in Quarantäne.  Foto: Imago Images

Berlin -  Bitterer Rückschlag für Hertha BSC und Schrecksekunde für alle Fußball-Fans! Nach nur einer Woche in Freiheit müssen die beiden Blau-Weißen Niklas Stark (24) und Marius Wolf (24) erneut in häusliche Isolation. Das Duo hatte Kontakt zu einem Corona-Infizierten. Der Vorfall beweist: Die Neustart der Bundesliga hängt am seidenen Faden!

Die gute Nachricht zuerst: Stark und Wolf sind wohl auf. Hertha bestätigte auf KURIER-Nachfrage, dass ein erster Corona-Test bei beiden negativ ausgefallen sei. Das Duo soll Kontakt zu einem persönlichen Physiotherapeuten gehabt haben, der zwar bisher keine Symptome zeigt, aber eben positiv getestet wurde.

Glück im Unglück

Da die Inkubationszeit des fiesen Virus’, das man weitergeben kann, ohne eigene Erkältungsanzeichen zu spüren, bekanntlich bis zu 14 Tage beträgt, werden Stark und Wolf erneut unter zweiwöchige Quarantäne in den eigenen vier Wänden gestellt.

Eine solche Isolation hatten alle Hertha-Profis erst vor einer Woche wieder verlassen, nachdem sich ein Spieler die Lungenerkrankung Covid-19 eingefangen hatte und Kollegen wie Trainer- und Betreuerstab zwang, sich abzuschotten.

Erst am Montag startete Hertha wieder mit dem Teamtraining – unter Ausschluss der Öffentlichkeit und mit strikter Einhaltung der Kontakt- und Hygieneregeln. Dabei hatten die Blau-Weißen Glück im Unglück. Um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, trainiert Hertha zwar wie fast alle Klubs nur in Kleingruppen. Dennoch: Hätten Stark und Wolf erst 24 Stunden später von ihrem Pech erfahren, wären wohl weitere Herthaner als Kontaktpersonen hinzugekommen.

Hoffen auf DFL-Taskforce 

Der Vorfall verdeutlicht das Grundproblem, vor dem die Deutsche Fußball-Liga (DFL) in der Corona-Krise steht. Die Klubs sind massiv auf die TV-Geld-Millionen angewiesen, die noch ausstehenden neun Spieltage sollen deswegen ab Mai durchgeführt werden. Doch zu einhundert Prozent kann man die Virus-Gefahr derzeit einfach nicht ausschließen.

Die Hoffnungen ruhen auf dem Faktor Zeit – und auf der medizinischen Taskforce, die laut DFL-Boss Christian Seifert „im Detail klärt, wie man die Wiederaufnahme des Spielbetriebs bestmöglich gewährleisten kann“.

Eine Idee: die Anzahl an Menschen im Stadion auf ein Minimum zu begrenzen. Beim bisher einzigen Geisterspiel vor der Aussetzung des Spielbetriebs zwischen Mönchengladbach und Köln waren rund 600 Personen im Einsatz. Nun kursieren Pläne, die Spiele mit lediglich bis zu 250 Personen (inklusive Spieler und Betreuer) auszurichten.