Augsburgs Michael Gregoritsch (M.) ssteigt am höchsten und trifft in der 97. Minute zum 1:1. Herthas Sieg war damit futsch. Foto: Imago Images/Räppold/Koch

Hertha BSC stolpert in die nächste Krisensaison. Ein Heimsieg gegen Abstiegskonkurrent FC Augsburg war Pflicht, um irgendwie wieder aus dem Tabellenkeller herauszukrabbeln. Wurde nichts draus – nur 1:1 (1:0) gegen den FCA. Hoffnung in der Nachspielzeit zerstört, Sieg verschenkt. Herthaner, so steigt ihr ab!

Es läuft die 97. Minute im Olympiastadion: Die Uhr von Schiedsrichter Frank Willenborg tickt dem Ende entgegen. Augsburgs Fredrik Jensen sieht nur noch eine Chance und flankt aus dem rechten Halbraum in Herthas Strafraum. Dort steigt Michael Gregoritsch höher als Peter Pekarik, der Ball fliegt im hohen Bogen unter die Latte zum 1:1. Es war der Sieg-Knockout für die Blau-Weißen.

Rot für Co-Trainer Zecke Neuendorf

Co-Trainer Zecke Neuendorf, der vorher ein Foul an Santiago Asacibar gesehen haben will, wütet an der Seitenlinie und sieht dafür die Rote Karte. Ausgelebter Frust, wieder kein Sieg. Dabei wäre er nicht nur wegen des 0:2 im Derby gegen Union vor einer Woche so wichtig gewesen. Hertha braucht schlichtweg Punkte, um aus der Abstiegszone herauszukommen.

Die Emotionen kochten schon Augsburgs Last-Second-Tor hoch. Der eingewechselte Davie Selke ging in der 95. Minute an der Eckfahne nach einem Zweikampf mit Iago in die Knie. Es folgte erst eine Schubserei zwischen den beiden, dann eine Rudelbildung. Tohuwabohu und die Nerven lagen da schon blank. Hat genau das zur Unkonzentriertheit beim Gegentor geführt?

Nach dem Selke (l.) am Boden lag, bildete sich ein Rudel an der Eckfahne. Foto: City-Press

Trainer Pal Dardai blieb nach dem Abpfiff gelassen und nahm die zwei verlorenen Punkte fast stoisch hin: „Was soll ich sagen? Das Spiel ist erst beendet, wenn der Schiedsrichter pfeift. So lange muss man fokussiert sein. Die Unparteiischen versuchen vernünftig ihren Job zu machen.“ Dann sagt der Ungar genau das, was alle Fans dachten: „Wenn wir vorher ein, zwei Tore mehr machen, würde uns die 97. Minute nicht interessieren.“

Richter trifft gegen Ex-Klub

Was hatten vorher alle gesehen? Hertha bemühte sich in der ersten Halbzeit um einen Spielaufbau, richtig flüssig lief es nicht. Doch der Fußballgott machte in der 40. Minute den Daumen für die Blau-Weißen hoch. Der Ex-Augsburger Marco Richter (40.) nutzte einen Patzer von FCA-Verteidiger Robert Gumny. Der nach einem Rückpass sich den Ball zu weit vorlegte. Richter sprintete dazwischen und traf ins leere Tor zum 1:0. Eine glückliche Führung. In der zweiten Halbzeiten hätte sie ausgebaut werden können.

Doch zwei Hertha-Tore durch Jordan Torunarigha (74.) und Stevan Jovetic (79.) wurden korrekt wegen Abseits aberkannt. Und traf Augsburgs Gregoritsch. Dieses Unentschieden ist wie eine Niederlage. Hertha ist mit 14 Zählern nur noch einen Punkt von Relegationsplatz 16 entfernt. Die Tendenz: Mit so viel Pech, wird es eine ganz harte Saison.

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