Das war der Neubau-Plan von Hertha BSC: Die Blau-Weißen wollen ein reines Fußballstadions im Olympiapark. Der Bezirk lehnte das nun ab. Foto: dpa

Unmittelbar vor dem wichtigen Derby gegen den 1. FC Union (Sonnabend, 18.30 Uhr) geht der Zoff um Herthas Stadion-Pläne in die nächste Runde. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hatte Hertha BSC jüngst erst Hoffnung für einen Neubau im Olympiapark gemacht. Der Vorstoß wurde nun von der Sport-Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) aus Charlottenburg-Wilmersdorf versucht zu torpedieren. Senats- und Bezirks-Hickhack um Hertha-Stadion: Ja, was denn nun Frau Giffey?

Die Meldung des RBB über eine angebliche Entscheidung des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf sorgte bei allen Hertha-Fans für einen Schock. Doch nach KURIER-Recherchen gab es keinen Beschluss des Bezirksamtes. Es war eine Ente, eine Falschmeldung.

So nahm auch Hertha BSC Stellung zu dem Vorpreschen der SPD-Genossin Schmitt-Schmelz: „Es gibt keinen diesbezüglichen Beschluss des Bezirksamts. Die Aussagen sind die persönliche Meinung von Frau Schmitt-Schmelz, werden aber keinen Einfluss auf die guten Gespräche mit dem Senat haben.“

Was war passiert? Schmitt-Schmelz soll laut RBB die Entscheidung im Sportausschuss der Bezirksverordnetenversammlung am Dienstagabend verkündet haben. Demnach wird sowohl ein Neubau auf dem Maifeld, als auch an der Rominterallee abgelehnt. Die genannten Gründe: Lärmbelastung, die Verkehrssituation und der Denkmalschutz.

Bezirk sorgt sich um Olympiastadion

Gleichzeitig bestätigte Schmitt-Schmelz, dass der Bezirk sich Sorgen mache, dass das in unmittelbarer Nähe stehende Olympiastadion ohne den Hauptmieter Hertha BSC zum Millionengrab werden könnte.

Ist Herthas Traum von einer reinen Fußballarena im Olympiapark endgültig geplatzt. Die klare Antwort: Nein.

Giffey hatte Hertha Hoffnung gemacht

Nach KURIER-Informationen ist man nicht nur bei Hertha BSC, sondern auch bei der SPD selbst irritiert über den Vorstoß von Giffeys Parteikollegin Schmitt-Schmelz. Denn der Bezirk hat in der Stadion-Frage gar keine Entscheidungsgewalt. Eigentümer des Olympiageländes ist seit der Übergabe der britischen Alliierten, die das Gelände einst als Hauptquartier nutzten, der Berliner Senat. Der Bezirk kann dem Senat lediglich Steine bei der Umsetzung von Maßnahmen in den Weg legen. Das scheint nun der Fall zu sein.

Schließlich hatte Berlins Regierende Bürgermeisterin Hertha erst jüngst Hoffnung gemacht, die seit mehr als vier Jahren geführte Stadion-Debatte mit einer Einigung zu beenden. Hertha plant weiterhin, ein reines Fußballstadion mit einem Fassungsvermögen von rund 50.000 Zuschauern zu bauen. Der Neubau soll ohne Steuergelder, sondern vielmehr mithilfe von Investoren finanziert werden.

Hertha hofft weiter auf Stadion im Olympiapark

Giffey lobte die vorhandene Infrastruktur rund um den Olympiapark, die Schmitt-Schmelz kurioserweise nun als ein K.-o.-Kriterium sieht. Giffey: „Hertha hat einen Vorschlag für den Stadion-Standort gemacht, der mich ziemlich überzeugt hat. Gut angebunden und ein Ort mit Tradition.“ Das sehen ihre Kolleginnen und Kollegen im Bezirk – oder zumindest Frau Schmitt-Schmelz – nun offenbar anders.

Knackpunkt bleiben beim Stadion-Standort an der Rominter Allee allerdings mehrere Wohnhäuser einer Berliner Genossenschaft, die abgerissen werden müssten. Die Genossenschaft hatte ein Angebot von Hertha über einen Verkauf abgelehnt.

Aber: Nach KURIER-Informationen wird bereits ein dritter Standort auf dem Olympiagelände diskutiert, sodass alle Hertha-Fans weiterhin von einem reinen Fußballstadion in Berlin träumen dürfen.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>