Jarstein war nach seinem Fehler zum 1:0 für Dortmund in der 54.Minute bedient. Foto: Winter

Tapfer gekämpft und trotzdem verloren. Hertha BSC unterliegt Borussia Dortmund mit 0:2 (0:0). Die Niederlage leitete Torwart Rune Jarstein mit einem Bock ein. Die Abstiegsgefahr für die Blau-Weißen wird immer akuter.

Die Dortmunder stürmten sofort nach dem Anpfiff los. Doch die blau-weiße Defensive hielt stand. Taktische diszipliniert, Räume eng gemacht, aggressives Zupacken in der Zweikämpfen. BVB-Wunderstürmer Erling Haaland wurde komplett abgemeldet. TV-Kommentator und Fußball-Ikone Lothar Matthäus lobte die Blau-Weißen: „Hertha macht das taktisch sehr gut, steht kompakt. Dortmund läuft da gegen eine Wand.“

Und nach vorne? Da gab es nur gelegentlich Versuche für Konter. Bei einem Vorstoß hatte Maxi Mittelstädt nach einer Flanke von Deyo Zeefuik die Chance zum Tor. Doch der Ball geht Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (24.).

Die Riesenchance für Dortmund in der ersten Halbzeit hatte Jude Bellingham. Der Engländer zog aus acht Metern ab. Aber Herthas Torwart Rune Jarstein hielt mit einem Blitzreflex seines linken Arms (33.). Sensationelle Parade!

In der zweiten Halbzeit wollte Hertha mehr für den Angriff tun. Aber die Pässe waren einfach zu unpräzise. Und dann hatte Jarstein einen ganz schwarzen Moment. Julian Brandt zog aus 20 Metern ab. Der Ball flatterte genau auf Jarstein zu und flutschte durch die Arme des Keepers zum 1:0 (54.). Jarstein schüttelte nach seinem Bock fassungslos den Kopf. Kapitän Niklas Stark nahm den Torwart in Schutz: „Rune hat schon so viele Spiele für uns gerettet. Es passieren mal solche Fehler.“

Dafür parierte der Norweger wieder einen Kopfball von Emre Can sensationell (77.). Doch am Ende war dieser entscheidende Fehler und noch ein Schockmoment. Vladimir Darida grätschte Marco Reus unabsichtlich mit gestrecktem Bein in die Achillesferse (80.). Der Nationalspieler schrie und selbst Darida war erschrocken. Er lief mit Sorgenmiene sofort zum verletzten Reus. Die berechtige Rote Karte nahm der Tscheche völlig verständnisvoll hin.

Mit nur nach zehn Mann konnten die Blau-Weißen dann nicht mehr auf den Ausgleich hoffen. Dortmunds Youssoufa Moukoko traf dann noch zum 2:0 (90.+2).

Trainer Dardai war unzufrieden: „Die erste Halbzeit war okay, in der zweiten wollte wir nach vorne spielen. Das war der Plan. Doch da war zu wenig Mut. Ich muss mit den Spielern reden, warum sie im Kopf blockiert sind.“