Bayerns Thomas Müller (r.) hatte nach dem 4:1-Sieg gegen Hertha BSC gute Laune (Archivfoto). Imago

Hertha kämpfte, kam aber dennoch mit 1:4 (0:2) gegen den FC Bayern unter die Räder. Warum? Weil die Defensive mal wieder mehrfach und entscheidend patzte. Bayerns Thomas Müller wundert sich, wie einfach Hertha ihm und seinen Kollegen das Toreschießen machte und legt den Finger in die blau-weiße Derby-Wunde.

Müller hatte mächtig Spaß am Spiel, flachste bereits nach seiner Auswechslung in den Schlussminuten mit den Kollegen auf der Bayern-Bank und war auch hinterher in Plauderlaune – auf Kosten von Hertha BSC.

Müller wundert sich über viel Platz

Vor seinem Tor zum 0:2, „wurde nicht wirklich versucht, mich zu verteidigen“, erklärte Müller, der nach dem Freistoß von Joshua Kimmich weit und breit keinen Gegenspieler hatte und nur den Fuß zum 0:2 hinhalten musste. Müller wunderte sich: „Wir wollen diesen Ball spielen, aber dass ich da so frei bin? Das war ja fast eine Kopie vom Tor von Robin Knoche unter der Woche.“

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Weit und breit kein Herthaner zu sehen: Bayerns Thomas Müller darf zum 0:2 einschieben.

Bei der bitteren 2:3-Derbypleite unter der Woche hatte Herthas Abwehr den Verteidiger des 1. FC Union nach einem Freistoß aus ähnlicher Position auch völlig aus den Augen verloren und einen Gegentreffer kassiert. Einer von vielen Fehlern im Stadtduell.

Die individuellen Böcke in der Defensive waren für Trainer Tayfun Korkut auch der Knackpunkt gegen den FC Bayern: „Vor allem bei den Toren haben wir klare Fehler gemacht.“

Dabei hatte Herthas Chefcoach nach dem Pokal-Aus gegen die Eisernen versprochen, die individuellen Patzer endlich abzustellen. Jetzt wird ihm dämmern, dass es noch viel Arbeit benötigt, um seine Defensive, mit bereits 42 Gegentoren die zweitschlechteste der Liga, endlich sattelfester zu machen.

Hertha macht weiter zu viele krasse Fehler

Denn so erwartbar die verdiente Pleite gegen die Über-Bayern war, die Gegentore fielen nach absolut vermeidbaren Fehlern der Hertha-Profis: Beim 0:1 durfte Kingsley Coman seelenruhig flanken, im Strafraum schafften es gleich zwei Blau-Weiße nicht, Corentin Tolisso vom Kopfball abzuhalten. Und beim vorentscheidenden 0:3 leistete sich der bis dahin so stark haltende Torwart Alexander Schwolow einen dicken Klops, sodass Leroy Sané nur noch einschieben musste.

Korkut weiß, dass es für Hertha noch richtig gefährlich wird, wenn seine Spieler in der nun zweiwöchigen Pause das eigene Abwehrverhalten nicht deutlich verbessern: „Wir müssen defensiv stabiler werden. Daran werden wir hart arbeiten.“

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