Hertha-Fahnen schmücken den Tauentzien auf Höhe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Foto: imago images/Koch

Darf es noch ein bisschen mehr lebensverneinende Unfreude in den Amtsstuben sein? Die Fans in der Stadt fiebern dem Derby entgegen. Doch die verdammte Pandemie macht es für alle, egal ob Blau-Weiß oder Rot-Weiß, so schwer. Kein Zutritt zum Stadion.

Corona machte Herthas Fans in Absprache mit dem Klub erfinderisch. In einer Nacht- und Nebelaktion schmückten sie Straßenzüge in allen Bezirken mit insgesamt 60 000 Fahnen, um wenigstens etwas Atmosphäre in die Stadt zu bekommen.

Alles passierte unter Einhaltung der Corona-Hygiene-Regeln, kein Menschenauflauf, nix. Und fast alle fanden die Aktion gut.

Jetzt wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wegen Müllentsorgung und möglicher Gefahr für den Straßenverkehr. So viel spaßfreie Erbsenzählerei hat unser freies, offenes Berlin nicht verdient.

Anhänger sind immer kreativ, sie hätten auch pünktlich zum Derby eine Demo zur Erhaltung der Fankultur anmelden können. Haben sie aber nicht, weil sie den Infektionsschutz ernstnehmen.

Das Ordnungsamt hat Fahnen eingesammelt. Bitte auch hier mal Erfindergeist. Warum daraus keine Schutzmasken basteln? Aber auf alle Fälle bitte in dieser anstrengenden Zeit ein bisschen Abstand von gewissen Regeln und einfach mal beide Augen zudrücken. Denn es ist Derby-Zeit.