Der Platzhalter und sein Nachfolger: Rudi Völler soll auf Oliver Bierhoff beim DFB folgen. 2024 soll dann Hertha-Boss Fredi Bobic übernehmen.
Der Platzhalter und sein Nachfolger: Rudi Völler soll auf Oliver Bierhoff beim DFB folgen. 2024 soll dann Hertha-Boss Fredi Bobic übernehmen. IMAGO/Contrast

Der DFB-Plan für die Nachfolge von Direktor Oliver Bierhoff steht. Nicht Fredi Bobic, sondern Rudi Völler soll Fußball-Deutschland wieder auf Vordermann bringen und zur Heim-EM 2024 führen. Pikant: Im Anschluss soll dann doch Hertha-Boss Bobic übernehmen – ohne eine Ablöse. 

Die Würfel scheinen gefallen. Offenbar liegt es nur noch an Völler selbst, ob er die Nachfolge von Bierhoff antreten will. Demnach wünsche sich die DFB-Spitze um Präsident Bernd Neuendorf ein Engagement des Weltmeisters von 1990 für die nächsten eineinhalb Jahre. Im Anschluss könnte Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic übernehmen, der dann – anders als derzeit – ablösefrei zu haben wäre.

Hertha droht Fredi Bobic 2024 ablösefrei zu verlieren

Bedeutet: Hertha verliert nicht sofort seinen Manager, was angesichts der anstehenden blau-weißen Aufgaben positiv ist. Allerdings würde Bobic, so der DFB-Plan, seinen Vertrag in Berlin auslaufen lassen, um dann 2024 nach der EM zu übernehmen. Damit würde Hertha keine Millionen-Ablöse kassieren.

Dass es offenbar auf Völler hinausläuft, machen die Aussagen von Hans-Joachim Watzke klar – auch wenn der DFB-Vize die Berichte über die Personalie noch als „hochspekulativ“ bezeichnet. Er selbst habe von Völler „eine sehr, sehr gute Meinung“, sagte Watzke bei Sky: „Rudi Völler ist wichtig für den DFB, weil er mit dem DFB schon Weltmeister geworden ist, schon Nationaltrainer war und Vizeweltmeister geworden ist.“ Völler selbst scheint nicht abgeneigt, soll sich aber noch Bedenkzeit erbeten haben.

Völler hat das Zeug, den DFB wieder sympathischer zu machen

Völler könnte sich als gute Wahl erweisen. Schließlich kennt sich der frühere Torjäger mit Krisen nur zu gut aus – und hat diese in diversen Rollen durchlebt. Im Jahr 2000 übernahm der gebürtige Hesse eine ebenfalls am Boden liegende Nationalmannschaft und führte sie zwei Jahre später als Teamchef ins WM-Finale. Später musste Völler als Sport-Geschäftsführer von Bayer Leverkusen über viele Jahre hinweg sportliche Rückschläge managen, bevor er den Job am Ende der vergangenen Saison aufgegeben hat.

Da der DFB wahrscheinlich seine Strukturen ändern wird, könnte sich Völler als eine Art Sportchef nur um die Nationalmannschaft kümmern. Dem früheren Publikumsliebling ist es zuzutrauen, in dieser exponierten Stellung mit seiner nahbaren Art in den rund 500 Tagen bis zur EM-Endrunde die bitter nötige Aufbruchstimmung zu erzeugen.

Bierhoff-Nachfolge beim DFB: Stimmt Völler für sich selbst?

Völler könnte die Entfremdung zwischen Fans und Nationalelf, für die Bierhoff verantwortlich gemacht wird, überwinden. Als Gesicht der DFB-Auswahl würde der Routinier zudem große Aufmerksamkeit auf sich ziehen und damit den angeschlagenen Bundestrainer Hansi Flick sowie die nach dem erneuten WM-Vorrundenaus heftig kritisierten Profis aus der Schusslinie nehmen.

All diese Gründe könnten dazu führen, dass Völler trotz seiner „grundsätzlich anderen Lebensplanung“ beim nächsten Treffen des externen DFB-Expertenrats – in dem er neben Karl-Heinz Rummenigge, Matthias Sammer, Oliver Mintzlaff und Oliver Kahn sitzt – nichts anderes übrig bleibt, als für sich selbst zu stimmen.

„Die Entscheidung trifft nicht die Taskforce, sondern am Ende das DFB-Präsidium“, sagte Watzke zum möglichen Ablauf: „Die Taskforce macht maximal einen Vorschlag.“ Wie der lautet, scheint mittlerweile aber klar zu sein.

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